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Kreisgalerie

Aktuelle Ausstellung


Künstler-Nachbarschaften II
Ferdinand Joesten und Peter Weydemann

 
Die Kreisgalerie Schloss Meßkirch spürt in ihrer Ausstellungsreihe „Künstler-Nachbarschaften“ der Frage nach, ob und wie sich befreundete oder verwandte Künstler/innen austauschen und beeinflussen. Diesmal begegnen sich ein Druckgrafiker und ein Fotograf, die seit Jahrzehnten im dörflichen Laubbach bei Ostrach Nachbarn sind und in einem engen freundschaftlichen Austausch stehen.
 
Peter Weydemann wird 1938 in Berlin geboren, studiert Volkswirtschaftslehre und ab 1971 Bildende Kunst. 1978 zieht er mit seiner Frau von Berlin in das Dorf Laubbach und gründet dort die Galerie „Atelier Laubbach“. Ferdinand Joesten wird 1949 in Bonn geboren, absolviert in Berlin eine Fotografenausbildung und erstellt Ausbildungsfilme. 1982 zieht er mit seiner Frau ebenfalls nach Laubbach, wo die Künstler Tür an Tür leben. Beide halten weiter Kontakt nach Berlin. Wird ihnen dies zum Thema? Bei Joesten spürt man einen Zug in die Welt, ihn lockt die Vielfalt des Globus; Weydemann hingegen fühlt sich in der Region beheimatet und schöpft aus der Tradition.
 
Ferdinand Joesten
Was ist für seine Fotos charakteristisch? Zum einen ein an der Gegenwart orientierter Blick. So gut wie nie zeigt sich ein Interesse am Historischen, an Zeugnissen der Vergangenheit. Zum zweiten seine Vorliebe fürs Nichtvertraute. Viele Aufnahmen entstehen auf Reisen. Zum dritten fehlt häufig ein Zentrum, gibt es im strengen Sinne keine Mitte. Stattdessen verknüpft Joesten zwei Momente, die durch die gewählte Perspektive in eine Beziehung kommen. Zwei Nebensachen werden zu einer Hauptsache, aus Zufälligem wird Absichtsvolles. Da sich die beiden Teile räumlich entfernt voneinander befinden, ergibt sich eine Leerstelle: Linker Rand – rechter Rand, vorne – hinten, manchmal stellt sich die Distanz durch eine Zone der Unschärfe ein. Die Aufnahmen stellen uns vor die Frage, ob es einen Sinnzusammenhang gibt.
 
Vielfach vermutet man bei seinen Aufnahmen Szenen eines Films. Wie wenn man beim Wechsel des Fernsehprogramms in ein unbekanntes Geschehen gerät. Worum geht es gerade, ist der Moment bedeutungsvoll? Da die Stimmung in seinen Fotos durchweg lebensbejahend ist, verfolgen wir eher ein Roadmovie als einen Krimi.
Ein weiteres bildnerisches Interesse gilt Strukturen. Joesten findet sie als Formationen in der Landschaft, an Gebäuden, bei Menschen. Regelmäßigkeit steht gegen Unregelmäßigkeit, Ordnung gegen Vielfalt, Senkrechte gegen Diagonale, Linien gegen Flächen. Der Alltag ist voll von ihnen.
 
Peter Weydemann
Seine bevorzugten Techniken sind Holzdrucke und Linoldrucke. Gelegentlich kombiniert er beide. Dass das Holz eine Maserung hat, spielt selten eine Rolle. Ihn interessiert vor allem die Fläche, ihr farblicher und emotionaler Ausdruck. Der Fläche ordnet er die Linie unter. Die Linie begrenzt die Formen, sie löst sich kaum von ihnen ab, verselbständigt sich nicht oder wird zur Dekoration.
 
Viele Kompositionen nähern sich der Gattung „Stillleben“ an. Nicht im Motiv, mehr in der Wirkung. Ob im Blick auf Streuobstwiesen oder auf Gebäude, auf sitzende, stehende oder lesende Figuren, stets scheint die Zeit angehalten. Ein „gelassenes In-sich-Ruhen“ (Monika Spiller) breitet sich aus, eine Art träumerische Versunkenheit. Nirgends kommt es zu heftigen Emotionen. Alles ereignet sich ohne Dringlichkeit und Pathos. Selbst schwere Themen verbindet Peter Weydemann mit einer Leichtigkeit. Äußerlich reglos, innerlich durchaus bewegt, das zeigen die Blicke zwischen den Personen: zwischen Mann und Frau, zwischen Modell und Betrachtern. Meist ist eine kleine Distanz eingebaut, die es zu überwinden gilt.
 
Streuobstwiesen und Scheunendächer sind für Weydemann markante Kennzeichen des Dörflichen. Die Bäume stehen verteilt, ihre Kronen verhaken sich. In die Reihe gestellt bekommen sie etwas Tänzerisches. Immer überragen sie die Gebäude. Deren Dächer formen große Flächen und signalisieren etwas wie Schutz und Heimat.
 
Finden sich künstlerische Gemeinsamkeiten? Durchaus. In der Leichtigkeit vieler Momente und in der Wahl der Modelle. Bei beiden sind die Menschen eher jung als alt, eher weiblich als männlich.
 
Dr. Uwe Degreif



Hier finden Sie den Flyer zur Ausstellung


Daueraustellung

Integriert in das Kultur- und Museumszentrum Schloss Meßkirch hat seit März 2006 im Südflügel der Schlossanlage auf zwei Etagen und einer Gesamtfläche von ca. 450 qm die Kreisgalerie Schloss Meßkirch ihren Standort gefunden. Die Dauerausstellung im Erdgeschoss birgt in sechs Abteilungen ausgewählte Werke aus der Kunstsammlung des Landkreises Sigmaringen mit einer Bandbreite von der gotischen Plastik und barocken Altartafelbildern bis zu Werken zeitgenössischer Kunstschaffender. Die seit den 1980er Jahren unter qualitativen Gesichtspunkten aufgebaute Kreiskunstsammlung versteht sich als Dokumentation des kreisweiten und regionalen Kunstschaffens in seiner historischen wie gegenwärtigen Vielfalt.

Sammlungsschwerpunkte

Ihr besonderes Profil gewinnen Kunstsammlung und Kreisgalerie durch drei Sammlungsschwerpunkte: Der aus Mengen stammende Kubist und Pionier des modernen Holzschnitts Gottfried Graf (1881 – 1938) ist neben Ölbildern und Aquarellen mit einem breiten Querschnitt von Holzschnitten und Radierungen vertreten. Zu dem in Sigmaringendorf aufgewachsenen Bildhauer Anton Hiller (1893 – 1985) kann die Kreisgalerie neben Bildhauerzeichnungen eine dichte Abfolge von Bronze- und Holzplastiken vorweisen, die die spannende Entwicklung dieses Künstlers über nahezu 50 Jahre von figürlichen Anfängen bis hin zu einer weitreichenden Reduzierung und Vereinfachung von Form und Ausdruck im Alterswerk demonstrieren. Dem in Herkunft und Jugend eng mit Sigmaringen und dem oberen Donautal verbundenen Maler Albert Birkle (1900 – 1986) ist ein dritter Sammlungsschwerpunkt gewidmet, der neben Ansichten der heimischen Landschaft ausgewählte Werke im Stil des expressiven Realismus aus seiner wichtigsten Schaffensperiode in den 1920er Jahren enthält.

Wechselausstellungen

Der Sonderausstellungsbereich im Obergeschoss der Kreisgalerie versteht sich als Forum für die regionale und zumal die zeitgenössische Kunst. In den hohen und lichten Räumen, die bei Bedarf um ein benachbartes Turmzimmer erweitert werden können, werden jährlich vier bis fünf Wechselausstellungen gezeigt. Die Bandbreite reicht dabei von Einzelausstellungen, zumeist in Verbindung mit „runden“ Geburtstagen arrivierter Künstler aus Landkreis und Region, über jurierte Kreiskunstausstellungen und Gruppenausstellungen mit thematischem Zuschnitt bis hin zur Präsentation von Fotoarbeiten, historischer Druckgrafik oder auch von „Schätzen“ der regionalen Archäologie.

Weitere Informationen

Homepage des Schloss Meßkirch
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