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Kultur & Archiv

Ausstellungseröffnung am kommenden Sonntag


Weibliches Kunstschaffen im 20. Jahrhundert steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die am kommenden Sonntag, 27. März 2022, 16 Uhr, in der Kreisgalerie Schloss Meßkirch eröffnet wird. Präsentiert werden nahezu einhundert Werke von 27 Künstlerinnen aus dem Zeitraum von 1915 bis 1999. Zu sehen sind Kunstwerke von Malerinnen und Bildhauerinnen, von Zeichnerinnen, Grafikerinnen, Keramikerinnen und einer Fotografin. Auf diese Weise entsteht eine Vorstellung von der Breite und der Vielfalt künstlerischen Schaffens im Landkreis. Und sie sind Belege für wichtige Epochen der Kunst des 20. Jahrhunderts wie Expressionismus, Abstraktion, Konzeptkunst und Konkrete Kunst.

Bei der Vernissage führt nach der Begrüßung durch Landrätin Stefanie Bürkle der Biberacher Kunsthistoriker Dr. Uwe Degreif in diese besondere Ausstellung ein. Für die musikalische Begleitung sorgt die Band „Take Two“ mit Anne Dietrich auf dem Saxophon und Christoph Hüllstrung am Piano. Für die Teilnahme an der Vernissage wird um Anmeldung beim Kreiskulturamt unter Email: kultur@LRASIG.de oder Telefon 07571/102-1141 gebeten. Es gelten die Bestimmungen der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Die Ausstellung ist bis 26. Juni jeweils freitags bis sonntags sowie feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Im Begleitprogramm werden Sonderführungen mit Dr. Degreif an den Sonntagen, 24. April und 26. Juni, jeweils 15 Uhr, sowie ein Galeriegespräch zu den Bedingungen und Hürden weiblichen Kunstschaffens am Sonntag, 29. Mai, 15 Uhr, angeboten.

Kunstentwicklung mit Verzögerung

Die Kunstentwicklung im Landkreis vollzog sich mit deutlicher Verzögerung. Erst spät kommt es zu einem Aufbruch in die moderne Formensprache. Die fehlende Nähe zu einer Kunstakademie bringt neue Ideen erst mit einem Abstand von etwa 15 Jahren in die hiesigen Ateliers. Der Kubismus fand keine Vertreterin, die Auseinandersetzung mit abstrakter Kunst setzte spät ein. Es dominierte die Vorliebe für das Figurative und Erzählerische. Vorherrschend sind die Motivbereiche Porträt, Stillleben und Landschaft. Dafür stellten Künstlerinnen im Landkreis häufiger als in anderen Teilen Süddeutschlands die Frage nach der Schöpfung und dem Transzendenten. Religiöse Themen spielten in der Kunst der Region eine bedeutende Rolle.

Ab dem Ende der 1980er Jahre, insbesondere in den 1990er Jahren, ist ein deutliches Aufholen zu beobachten. Innerhalb eines Jahrzehnts gelang vielen Künstlerinnen der Anschluss an die nationale Entwicklung. Zu den zahlreichen Malerinnen gesellten sich Bildhauerinnen und solche, die konzeptuell oder installativ arbeiten. Die Ausstellung ist nach Motivbereichen gegliedert, darunter Selbstbildnisse, Glaube, Landschaft und Brauchtum.

In der Ausstellung sind Werke folgender Künstlerinnen zu sehen: Luise Albrecht-Hoff (geb. 1900), HoMargot Bauer (1943-2022), Susanne Baur (geb. 1967), Karolin Bräg (geb. 1961), Ruth Dietrich (geb. 1941), Ulrike Faigle-Chaib (geb. 1968), Leonie Frick (1926-2016), Angelika Frommherz (geb. 1961), Ursula Fürst (1898-1995), Ellen Geiger (geb. 1955), Lucie Hassa (geb. 1949), Marianne Henselmann (1902-2002), Luise Hoff (1871-1952), Sr. Maria Innocentia Hummel (1909-1946), Edith Kösel (1941-2019), Hendrike Kösel (geb. 1963), Sr. Pietra Löbl (geb. 1965), D.A. Marbach (geb. 1954), Sr. Sigmunda May (1937-2017), Irmela Marstaller (1923-2015), Ursula Mross (geb. 1955), Jaleh Pourhang-Ramezani (geb. 1941), Editha Pröbstle (geb. 1948), Monika Spiller-Hellerau (geb. 1946), Gabriele Stiegler-Gaus (geb. 1944), Elisa Stützle-Siegsmund (geb. 1962), Ilse Wolf (geb. 1938).


Edith Kösel: Selbstporträt, 1997, Acryl auf Presspappe (Vorlage: Kreisgalerie Schloss Meßkirch)

Abbildung: Edith Kösel: Selbstporträt, 1997, Acryl auf Presspappe (Vorlage: Kreisgalerie Schloss Meßkirch)

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