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Kultur & Archiv

Ausstellung mit den Schwestern Hendrike und Judith Kösel in der Kreisgalerie Schloss Meßkirch


Kreisgalerie

Judith Kösel: Weihnachtskrippe, Keramikrelief glasiert, 2010 (Vorlage: Kreisgalerie Schloss Meßkirch)

In einer dritten Schau in der seit 2019 laufenden Reihe „Künstler-Nachbarschaften“ begegnen sich die Grafikerin Hendrike Kösel aus Bad Saulgau und die Keramikerin Judith Kösel aus Sigmaringen-Laiz, die neben ihrer gemeinsamen Herkunft als Kinder des Sigmaringer Künstlerehepaars Berthold und Edith Kösel die überschießende Phantasie und der humorvolle, Anteil nehmende Blick auf die Vielfalt des Menschlichen in ihrem bildnerischen Schaffen verbindet. Einen virtuellen Einblick in die Ausstellung vermittelt eine Videodokumentation der Ausstellungseröffnung mit einer Einführungsrede von Frank Müller aus Bad Saulgau, Foto-Impressionen aus der Ausstellung und einem Galeriegespräch von Galerieleiter Dr. Edwin Ernst Weber mit den beiden Künstlerinnen. Der Film kann über den Youtube-Kanal des Landkreises: https://youtu.be/8oUr1fuqlek aufgerufen werden.

Die Ausstellung kann in der Kreisgalerie bis 6. März 2022 jeweils von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr „leibhaftig“ unter Beachtung der aktuellen Corona-Bestimmungen (derzeit 2G plus) besucht werden. Am Sonntag, 16. Januar 2022, 15 Uhr, findet eine Sonderführung durch die Ausstellung mit den beiden Künstlerinnen statt. Anmeldung unter Email: kultur@LRASIG.de.

Luftig versus erdhaft

Nach zwei Ateliernachbarn und zwei Tür an Tür wohnenden Freunden nimmt die Reihe „Künstler-Nachbarschaften“ der Kreisgalerie Schloss Meßkirch in einer dritten Ausstellung zwei bildnerisch tätige Schwestern in den Blick. Hendrike Kösel beschreibt sich selbst als „luftigen Typ“ mit einer ausgeprägten Neugier für Menschen, die sie in ihrer Umgebung wie auch auf Reisen mit wachem, Anteil nehmendem Blick beobachtet. Ihre Eindrücke und „inneren Bilder“ verarbeitet sie vorzugsweise in grafischen Serien, deren Bandbreite von Chillenden am Berliner Landwehrkanal über humorvolle Impressionen von Menschen und Häusern an ihrem Wohnort Bad Saulgau bis zu einer umfangreichen, phantasievoll-erzählerischen Auseinandersetzung mit dem altorientalischen Gilgamesch-Epos reichen. Hendrike ist eine bildnerische Erzählerin mit hohem Talent zur figurativen Veranschaulichung ihrer Schau- und Phantasiewelten.

Judith Kösel attestiert sich selbst eine anarchische und „leicht morbide“ Kreativität mit einem ausgeprägten Interesse am Vergehen, Sterben und Tod. Ihren bildnerischen Ausdruck findet sie vorrangig und erdhaft in der mit den eigenen Händen geformten und sodann gebrannten und bemalten Keramik. Zumal ihre Keramikreliefs drücken eine bewegte, phantasievoll überschäumende und vielfach humorvolle Kreativität und Gestaltungslust aus. Auch bei ihr finden sich vielfach Serien etwa zu „Tod und Übergang“, Nackedeis in der Sauna, üppige Badende mit und ohne Sonnenbrand von den Baggerseen der Umgebung und zuletzt auch ein vielfältiger Corona-Cosmos und „Flüchtlinge im Schlauchboot“. Bei allem Verbindendem gibt es auch markante Unterschiede im bildnerischen Schaffen der beiden Schwestern: Die Keramikerin Judith zieht es „zum Schweren“ in Material und Inhalt, die Grafikerin Hendrike dagegen „zum Leichten“ in Technik und Themen.

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