Aktuelle Meldung

Frühling in der Medienwerkstatt


Das Erwachen der Natur ist jedes Jahr für die Kinder etwas Besonderes. Die Tage werden länger, man kann wieder mehr draußen spielen und die Sonne spüren. Die Kinder entdecken kleine Tiere und Pflanzen und nehmen die Natur mit allen Sinnen war. Alles, was lebt und sich bewegt hat eine magische Anziehungskraft auf Kinder. Von daher spricht es dafür den Frühling in die pädagogische Planung mit einzubeziehen. Im Kindergarten ist schon seit 2 Jahren eine Medienwerkstatt etabliert.


Zielgruppe

Kinder je nach Angebot von 3-6 Jahren

Eingesetzte Medien

  • Ipad mit kindgerechter Halterung
  • Stativ
  • Beamer
  • Lautsprecher
  • Lightning auf HDMI Adapter und HDMI Kabel (Verbindung iPad- Beamer)
  • Sofortdrucker mit Fotopaier
  • App Dictaphone
  • App iStopMotion


Ziele

  • Förderung der Medienkompetenz, die Kinder lernen spielerisch mit Medien umzugehen
  • Passivität des Medienkonsums wird aufgebrochen
  • Durch aktive Medienarbeit sollen die Kinder einen kreativen und selbstbestimmten Umgang mit Medien erleben und erlernen. Medien werden als Gestaltungsmittel erlebt
  • Medienerziehung ist gleichzeitig auch kulturelle Erziehung, Gesundheitserziehung, Sprachförderung und das Hinführen zu Werten und Normen.
  • Förderung des Sozialverhaltens
  • Förderung des Selbstbewusstseins (Sprechen / Vortragen vor der Gruppe)

Ablauf


Die Kinder haben ab Ende Februar im Garten die Natur beobachtet und von den Frühlingsboten (Schneeglöckchen, Gräser, Bäume…..) mit dem iPad Fotos gemacht, diese wurden gemeinsam mit den Kindern als Rätselfotos angeschaut. Dafür wurde das iPad an den Beamer angeschlossen.
Es wurde in die Fotos reingezoomt und die Kinder konnten anhand des Bildausschnitts raten um was es sich bei der Aufnahme handelt. Dadurch, dass der Bildausschnitt am Beamer (sehr groß) gezeigt wurde war es spannend, die Auflösung zu sehen.

In einem weiteren Angebot wurde das Frühlingslied „Die Sonne scheint der Frühling ruft“ in der Gruppe eingeführt. Der Text beschreibt auf kindegerechte Weise wie sich der Frühling zeigt, das Lied wird von den Kindern gerne gesungen.

Als Vertiefung wurde mit dem Tablet und der App Dictaphone z.B. die Hälfte der 1. Strophe gesungen und die Gesamtgruppe oder ein einzelnes Kind sang weiter. Kinder singen auch gerne alleine. Es ist für die Kinder faszinierend die eigene Stimme zu hören. So wird das Lied auf spielerische Weise geübt und verinnerlicht.

Die Kinder wurden in kleine Gruppen von 4-5 Kindern aufgeteilt. Nun wurde in der Kleingruppe besprochen, wie sich der Frühling im Lied zeigt. Anschließend wurde im Gespräch erarbeitet, wer welchen Inhalt vom Lied malt.
Sonne scheint, Blumen blühen, Vögel bauen ihr Nest, kleiner Käfer kriecht hervor, das Herz ist voller Freud, die Kinder gehen zum Spielen raus…..-

In der Kleingruppe und ohne Zeitdruck kann man im Gespräch gut auf die Kinder eingehen und ganz nebenbei einfließen lassen, was z.B. beim Vogel noch fehlt. So werden Kinder, die nicht gerne malen verbal im Malen unterstützt. Es wird darauf geachtet, dass die Proportionen einigermaßen stimmen, da manche Kinder, die nicht so gerne zum Buntstift greifen, oft sehr klein malen. Das gemalte Werk wird ausgeschnitten. Anschließend wird ein grüner Tonpapierbogen zusammengeklappt und geöffnet wie ein Buch. Jedes Kind erzählt nun eine kleine Geschichte zum Frühling und bewegt dazu die ausgeschnittenen Motive im geöffneten „Buch“. Das ist eine gute Vorübung für den Legetrickfilm und gleichzeitig vergessen Kinder, die sonst sehr ruhig sind ihre Unsicherheit und üben sich im Sprechen. In durchgeführten Workshops war zu beobachten wie stolz die Kinder auf ihre künstlerischen Werke sind.

Die Kinder malten einen Baumstamm und eine Wiese auf ein grünes Tonpapier, dies wurde zum Set für den Legetrickfilm. Das Set wurde auf dem Boden ausgelegt. Die Kinder erzählten den Inhalt des Liedes mit ihren ausgeschnittenen Motiven.
Manche Kinder wollten eine freie Geschichte zum Frühling erzählen, eine Gruppe hat das Lied gesungen und die Figuren dazu bewegt. Die dritte Gruppe hat den Text des Liedes gesprochen und eine Geschichte zum Frühling erzählt. So sind 3 unterschiedliche Geschichten entstanden. Die Erzieherin notierte sich die drei verschiedenen Storyboards.

Das nächste Angebot fand wieder in Kleingruppen statt. Die App „iStopMotion“ wurde erklärt. Von vorhergehenden Angeboten (Aktentaschentheater, Daumenkino) wissen die Kinder bereits wie ein Film entsteht. Die Kinder durften mit dem Programm iStopMotion spielerisch experimentieren.

Nun wurde der Legetrickfilm zum Frühling produziert. Das iPad wurde am Tisch festgeklebt oder mit einem Stativ befestigt, so dass die Kinder es gut handhaben können. Damit es sich nicht verschiebt, wurde das Tonpapier mit dem vorbereiten Hintergrund (Wiese und Baum) am Boden festgeklebt. Der Ausschnitt im Tablet muss mit dem Karton übereinstimmen. Mit einem Bleistift haben wir gekennzeichnet, in welchem Rahmen auf dem Tonpapier die Geschichte stattfinden muss. Bevor die Kinder loslegen konnten, wurden die Einstellungen am iPad in „iStopMotion“ vorgenommen.
Anschließend wurde aufgeteilt, wer die Aufnahmen am Tablet macht, wer
welche Rolle übernimmt und was gesprochen wird. Vor dem Aufnehmen übten die Kinder ihre Geschichte auf dem vorgefertigten Tonpapier.

Falls die Aufnahmen nicht reichen und der Film zu kurz für die Audioaufnahme ist, müssen einzelne Bildaufnahmen mehrmals kopiert werden. Man kann auch gleich bei der Aufnahme darauf achten, dass man pro Szene mehrere Fotos macht. Das ist einfacher als anschließend Clips zu kopieren.

Die Audioaufnahmen fanden an einem extra Termin statt, da die Konzentration der Kinder meistens nicht für beides reicht.

Gruppe 1: Das Lied wird gesungen und aufgenommen

Gruppe 2: Die Kinder erzählen den Text des Liedes zu den aufgenommenen Bildern

Gruppe 3: Die Kinder erzählen frei zu den aufgenommenen Bildern

Am Ende ist es schön, wenn die Kinder ihren Namen sagen: Die Erzieherin leitet ein und sagt: „Es spielten mit: ……“.

Im Anschluss wurden die Filme mit dem Beamer in der Gruppe angeschaut. Man kann auch sehr gut einen Eltern-Kind Mittag dafür organisieren. Dazu kann man mit den Kindern Eintrittskarten basteln und Popcorn zubereiten.

Für die Medienecke wird eine große Collage mit dem Frühlingslied und allen ausgeschnittene Figuren gebastelt. Die Fotos von den Beobachtungen in der Natur, die immer parallel gemacht worden sind, werden mit dem Sofortdrucker über Bluetooth ausgedruckt und auch auf die Collage geklebt.

Diese Angebote fanden von April bis Anfang Juni statt. Aktive Medienarbeit bedeutet, sich Medien aktiv und kreativ anzueignen, in der Gruppe eigene Produkte zu erstellen und zu lernen, hinter die „Bilder“ zu schauen. Je nach Jahresplanung werden die Angebote in der Medienwerkstatt so modifiziert, dass sie in den Rahmenplan eingebettet sind.

Auf kindgerechte Art und Weise wird so in der Medienwerkstatt viel gebastelt gesungen und im Team gearbeitet. Die Kinder erleben so einen kreativen und selbstbestimmten Umgang mit Medien. Es findet eine kreative Aufarbeitung und Weiterentwicklung von gemeinsam Gesehenem und Gehörtem statt.

Die Arbeit mit Medien wird ganz unspektakulär im Kindergarten eingesetzt und etabliert. Es ist besser mit kleineren Gruppen zeitgleich zu arbeiten. Insbesondere beim Einsatz von Tablets sollten die Kleingruppen aus 3 bis 4 Kindern bestehen. Der zeitliche Rahmen muss großzügig definiert werden. Gerade bei Medienarbeit kann sich Zeitdruck negativ auf das Ergebnis auswirken. Dies kann durch klare Strukturen und Abläufe verhindert werden. Die Technik muss unbedingt im Vorfeld ausprobiert werden, damit es keine Pausen gibt und die Kinder unruhig werden. Es hat sich wieder gezeigt, dass im Vorfeld eines Angebotes die Technik ausprobiert werden muss, so kann man mit den Kindern gut arbeiten.


Frühlingslied

Verlaufsplan

Collage_Fruehling