In Baden-Württemberg bildet die Naturnahe Waldwirtschaft die Grundlage für die Bewirtschaftung der Wälder durch die Landesforstverwaltung. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist der Waldnaturschutz, dessen Ziel es ist, die biologische Vielfalt der Wälder zu erhalten. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Ansprüche an den Wald – wie Holznutzung, Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten sowie typischer Waldgesellschaften im Landkreis – miteinander in Einklang zu bringen. Der Fachbereich Forst setzt diese Ziele in den betreuten Forstbetrieben um und bietet Privatwaldbesitzern Beratung rund um das Thema Waldnaturschutz.
Natura 2000-Gebietsmanagement im Wald
Im Landkreis Sigmaringen sind 15 FFH- und Vogelschutzgebiete Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. In diesen Gebieten müssen die Forstbetriebe ihre Waldbewirtschaftung so ausrichten, dass sie die Erhaltungsziele für die dort festgelegten Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten unterstützen. Aufgrund der komplexen Anforderungen erhalten Waldbesitzende eine umfassende Beratung und Unterstützung durch den Fachbereich Forst.
Seit Juli 2023 wird ein neues Beratungskonzept im Natura 2000-Gebiet „Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen“ getestet. In einer vierjährigen Testphase geht es darum, die Interessen der Forstbetriebe mit den Zielen des Naturschutzes in Einklang zu bringen. Die geplanten Maßnahmen sollen so gestaltet werden, dass sie sowohl den Schutz der Artenvielfalt fördern als auch die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Forstbetriebe berücksichtigen.
Im Rahmen des Projekts werden Erhaltungskonzepte entwickelt, die für die gesamte Gebietskulisse zusammenhängend umgesetzt werden. Dabei arbeiten die Waldbesitzenden aktiv mit, und die Naturschutzverwaltung wird in das Gebietsmanagement einbezogen. So wird eine enge Abstimmung zwischen den verschiedenen Behörden und Akteuren gewährleistet, um langfristig die Erhaltungsziele zu erreichen.