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Kulturschwerpunkt 2020: Erinnern

Im Gedenkjahr 75 Jahre Kriegsende 1945 und Untergang der nationalsozialistischen Gewalt- und Unrechtsherrschaft haben sich der Landkreis Sigmaringen und das Kreiskulturforum 2020/21 für einen Kulturschwerpunkt zum Thema „Erinnern“ entschieden. Ein Schwerpunkt im Programm gilt dem Nationalsozialismus, dessen blutigen Spuren und zahlreichen Opfern in Landkreis und Region und nicht zuletzt der in den letzten drei Jahrzehnten dazu entstandenen „Erinnerungskultur“ vor Ort. Darüber hinaus geht es um die Bedeutung und die Formen des kollektiven Erinnerns in unserer Gesellschaft. Was ist ihr erinnerungswürdig, wie verändert sich Erinnerung, wie gehen wir mit den Relikten älterer und in der Gegenwart vielleicht nicht mehr opportuner Erinnerungsschichten und „schwierigen“ Denkmalen um? Welche Inhalte und Formen des öffentlichen Erinnerns wünschen wir uns in einer demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft?

Gedenktafel für „Unsere Helden von Stalingrad“ auf der Eremitage bei Inzigkofen (Foto: Kreisarchiv Sigmaringen)
Gedenktafel für „Unsere Helden von Stalingrad“ auf der Eremitage bei Inzigkofen (Foto: Kreisarchiv Sigmaringen)

Jede Generation befragt die Vergangenheit aufs Neue und mit den Wertmaßstäben und Interessen ihrer jeweiligen Zeit. Erinnerung ist nichts Statisches und unverrückbar Gültiges, sondern befindet sich in stetigem Wandel und muss in der öffentlichen und mitunter auch strittigen Diskussion immer wieder neu verhandelt werden. Konflikte um Straßenbenennungen, Denkmale und Ehrenbürgerwürden, wie wir dies aktuell insbesondere im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus und dem Erbe des Kolonialismus sowie den Relikten und Protagonisten des Rassismus und der Sklaverei erleben, sind stets der Ausdruck und Kristallisationspunkte gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um Wertmaßstäbe und politische Haltungen in der Gegenwart.

Denkmal von Graf Rudolf von Pfullendorf, gefertigt vom Kunstschmied Peter Klink (Vorlage: Stadtverwaltung Pfullendorf)
Denkmal von Graf Rudolf von Pfullendorf, gefertigt vom Kunstschmied Peter Klink (Vorlage: Stadtverwaltung Pfullendorf)

Gemeinsames Nachdenken über das Erinnerungswürdige

Landkreis und Kreiskulturforum wollen diesem höchst aktuellen Thema in regionaler und lokaler Perspektive nachgehen und mit nahezu 60 Veranstaltungen von August 2020 bis Juli 2021 die Bevölkerung zum gemeinsamen Nachdenken darüber einladen, was und wer uns in den Städten und Dörfern, in Landkreis und Region erinnerungswürdig ist und welche Relikte des Gedenkens aus der Vergangenheit für uns schwierig oder gar problematisch sind. Öffentliche Debatten zu diesen Fragen gilt es keineswegs zu unterbinden, vielmehr sind sie wichtiger und vitaler Ausdruck einer öffentlichen Selbstverständigung über die Wertmaßstäbe in einem demokratischen und freiheitlichen Gemeinwesen.

Trotz aller Ungewissheiten vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen und kulturellen Lebens hat sich das Kreiskulturforum zusammen mit einer Vielzahl von Partnern und Mitstreitern im Landkreis hoffnungsvoll getraut, ein umfangreiches und vielfältiges Programm mit nahezu 60 Ausstellungen, Vorträgen, Führungen, Exkursionen, Lesungen, Filmvorführungen, Musik-, Theater- und Kleinkunstaufführungen, Kursen, Schülerveranstaltungen und Gesprächsrunden an insgesamt 21 Veranstaltungsorten zusammenzustellen und anzubieten. Alle Beteiligten hoffen, dass möglichst viele und im besten Fall alle Veranstaltungen stattfinden können und keine Angebote abgesagt werden müssen. Es gelten für alle Veranstaltungen die Corona-bedingten Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen mit Abstandsregelungen, Tragen von Mund- und Nasenschutz und Teilnehmerbeschränkungen. Erforderlichenfalls werden ausgewählte Veranstaltungen zusätzlich zum live-Event mit beschränktem Publikum oder notfalls auch ersatzweise im livestream oder über den youtube-Kanal des Landkreises im Internet ausgestrahlt.

Filmprojekt „Was wahr war“ mit betreuten Menschen der Sozialstation Meßkirch (Foto: Carola Riester)
Filmprojekt „Was wahr war“  mit betreuten Menschen der Sozialstation Meßkirch (Foto: Carola Riester)
 
Dieses besondere Programm war einmal mehr nur durch die Mitwirkung und das Engagement zahlreicher Partner aus dem gesamten Landkreis möglich: Die Bandbreite reicht dieses Mal von Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Kirchengemeinden, Schulen, Geschichts- und Kulturvereinen und dem Kino Mengen über Museen, eine Bücherei, ein Kloster und verschiedene Kommunen bis hin zu einer Sozialstation, dem Kreiskrankenhaus und der Bergwacht. Die Sparkassen im Landkreis unterstützen den Kulturschwerpunkt wie gewohnt großzügig.

Programmflyer (PDF)

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