Kulturschwerpunkt 2017: Religion und Spiritualität

Friedliches und tolerantes Zusammenleben

Aus Anlass des Reformations-Jubiläums stellen Kreiskulturforum und Landkreis Sigmaringen 2017 ihren mittlerweile 15. Kulturschwerpunkt unter das Thema „Religion und Spiritualität“. Insgesamt 65 Veranstaltungen an 23 Orten verknüpfen den Blick auf das religiöse und frömmigkeitsgeschichtliche Erbe unserer Landschaft mit der kritischen Befragung der von einer fortschreitenden Verweltlichung und religiösen Vielfalt geprägten Gegenwart. Die Bevölkerung ist zu Begegnung und Dialog mit den Angehörigen der im Landkreis vertretenen Glaubensrichtungen wie auch mit Vertretern nichtreligiöser Haltungen eingeladen. Ziel der Veranstalter und Kooperationspartner ist es, einen Beitrag zu leisten für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen.

Zeitgenössische Glaubensbekenntnisse

Das Veranstaltungsprogramm stellt auch kritische Fragen an Religion und Glaubensgemeinschaften: Wie sieht das Verhältnis aus zwischen Religion und Gewalt, gibt es nur eine oder vielleicht doch viele „wahre“ Religionen, ist Friede zwischen den Religionen möglich, braucht die Gesellschaft überhaupt noch Kirche und Religion? Gläubige wie Nichtgläubige sind eingeladen, darauf gemeinsam nach Antworten zu suchen. Die vom Kreiskulturamt veranstaltete Ausstellung „Was mir heilig ist“ stellte in der Kreisgalerie „zeitgenössische Glaubensbekenntnisse“ von 40 Menschen aus dem Kreisgebiet einschließlich von Objekten vor, die ihre religiöse oder säkulare Glaubenshaltung bildlich oder dinglich zum Ausdruck brachten.

Religiöses und kulturelles Erbe

Neben drängenden Fragen der Gegenwart wird im Programm in bewährter Form der Blick auch auf das religiöse und kulturelle Erbe von Landkreis und Region gerichtet. Neben Martin Luther geht es auch um die „anderen“ Reformatoren, die für die Reformationsgeschichte von Südwestdeutschland lange Zeit von größerem Einfluss als der Professor aus Wittenberg waren. Die Klöster im Landkreis stellen die bei ihnen praktizierten Formen der Spiritualität vor, verschiedene Veranstaltungen laden zur Begegnung mit dem frömmigkeitsgeschichtlichen Erbe wie Pilgern und Wallfahrten, Reiterprozessionen, Kapellen und Marienverehrung ein. Der Schriftsteller Arnold Stadler liest aus seiner viel beachteten Übertragung der biblischen Psalmen.

Konfessions- und religionsübergreifendes Basiswissen

Neben Vorträgen und Exkursionen umfasst das Programm auch zahlreiche kirchenmusikalische Angebote, da bekanntlich Glaube und Frömmigkeit von jeher ihren vielfach innigsten Ausdruck in der Musik gefunden haben. Führungen zu den „religiösen Grundlagen“ wollen in einer Zeit eines wachsenden religiösen „Analphabetismus“ konfessions- und religionsübergreifend Basiswissen vermitteln. Neben den beiden großen christlichen Kirchen werden in das Programm auch die im Landkreis vertretenen muslimischen Gemeinschaften und überdies auch säkulare und nichtreligiöse Haltungen und Orientierungen einbezogen.

Kooperationspartner

Kooperationspartner von Kreiskulturforum und Landkreis sind dieses Mal neben bewährten Mitstreitern aus dem Kulturbereich vor allem die im Landkreis vertretenen religiösen Gemeinschaften sowie die Klöster. Die Theater-AGs zweier Kreisschulen in Bad Saulgau und Sigmaringen setzen sich kreativ über Texte und Schauspiel mit der Bedeutung von Glaube und Religion im Leben von Jugendlichen auseinander. Den beiden Sparkassen im Landkreis ist einmal mehr für die finanzielle Förderung der Veranstaltungsreihe zu danken.

Eine Übersicht zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie im Programmheft (PDF).