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10.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zum Karfreitag möchte ich Ihnen den Psalm 22 aus der Hebräischen Bibel in der Übersetzung unseres Freundes und Landsmanns Arnold Stadler vorstellen. Die Anfangsworte des Psalms sind den Evangelien von Matthäus und Markus zufolge die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz in seinem Sterben. Es ist mit dem bewussten Rückgriff auf den alttestamentarischen Psalm das Sterbegebet eines gläubigen Juden, das von äußerster Verzweiflung und zugleich vom tiefen Gottvertrauen des scheinbar Verlassenen ein erschütterndes Zeugnis ablegt. Auch zu diesem Psalm möchte ich Sie wiederum zum Anhören von Vertonungen, dieses Mal von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) und Ernst Friedrich Richter (1808-1879), einladen.
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08.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das stilisierte 3 D-Modell des Coronavirus ist uns mittlerweile aus zahllosen Darstellungen im Fernsehen, im Internet und in den Printmedien zur Genüge bekannt. Auf Anregung von Sibylle Probst-Lunitz aus Radofzell, einer gebürtigen Sigmaringerin, will ich Ihnen heute ein Gegenmodell in Gestalt des „Musik-Virus“ vorstellen. Es handelt sich dabei um eine Sandstein-Skulptur im Park der Halbinsel Mettnau am Bodensee, die der Schweizer Künstler Cornel Hutter bei einem Bildhauersymposium in Radolfzell im Mai 2019 geschaffen hat und die an ihrem Standort für zwei Jahre öffentlich ausgestellt wird. Wie Sibylle Probst-Lunitz mitteilt, hat der in der Radolfzeller Partnerstadt Amriswill ansässige Bildhauer und Kunstgießer Hutter mit seiner Arbeit auf die vielfältigen musikalischen Aktivitäten von Radolfzell hinweisen wollen.
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07.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

für nicht wenige Menschen sind diese Tage angstbesetzt angesichts der unsicher gewordenen Zukunft und der möglicherweise drohenden Gefahren für Gesundheit und Wohlstand. Es ist für die nach dem Zweiten Weltkrieg geborenen Generationen eine bislang unbekannte Erfahrung, dass das menschliche Dasein aller Fortschritte in Medizin, Technik und sozialen Sicherungssystem zum Trotz letztlich doch gefährdet und abhängig bleibt.
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05.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zu Beginn der Karwoche möchte ich Ihnen heute den Passionsaltar des Ulmer Künstlers Wilhelm Geyer (1900-1969) vorstellen. Das 1924 geschaffene Triptychon des damals 24-Jährigen steht zum einen für die Wiederentdeckung und zeitgemäße Interpretation dieser mittelalterlichen Bildform durch die moderne Kunst seit den 1920er Jahren mit herausragenden und in ihrer inhaltlichen und bildnerischen Wucht bis heute beeindruckenden Werken u.a. auch von Otto Dix, Max Beckmann, Oskar Kokoschka oder George Grosz.
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04.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

treue Leserinnen und Leser meiner Online-Rubrik wissen mittlerweile, dass ich mich darin übe, die Krise als Chance zu sehen. Ich bin schwer beeindruckt, was sich viele Menschen als geistige Mutmacher zur Stärkung des Zusammenhalts und des psychischen und emotionalen Immunsystems einfallen lassen:
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03.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auch für Kinder sind die Corona-Pandemie und der damit verbundene Stillstand des öffentlichen Lebens eine Belastung. Es hat nichts mit Ferien zu tun, wenn die Schulen und Kindergärten seit demnächst schon drei Wochen geschlossen sind und die Kinder sich in ihren Familien ohne die sonst gewohnten Ausflugsfahrten, Besuche bei den Großeltern, Treffen und Spielen mit Gleichaltrigen auf Spielplätzen, in den Vereinen oder anderen Begegnungsorten aufhalten müssen.
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02.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie mir Rückmeldungen zeigen, haben sich verschiedene von Ihnen von meinen in der gestrigen Online-Rubrik geoffenbarten Frühlingsgefühlen anregen lassen. Mit dem Gedicht „s’Früahjohr“ von Alfred Niklas taten sich allerdings einige nicht mit der Mundart vertraute Leserinnen und Leser eher schwer. Es ist mein Anliegen, in meiner Kolumne sowohl Texte in Mundart als auch in der Hochsprache zu veröffentlichen. Als kleinen Ausgleich für die Freunde der Hochsprache biete ich heute ein Frühlingsgedicht von Eduard Mörike an: nicht das bekannte „Er ist’s“, sondern die sehnsuchtsvollen Verse von „Im Frühling“, die im Mai 1828 in Scheer, beim Besuch des Dichters bei seinem dort als thurn- und taxisscher Amtmann tätigen Bruder Karl, im sonnigen Garten des katholischen Pfarrers Michael Wagner entstanden sind und damit einen ganz unmittelbaren, persönlichen Bezug an die Obere Donau haben.
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01.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die uns aufgezwungene Entschleunigung des öffentlichen wie des persönlichen Lebens eröffnet uns die Gelegenheit, Dinge achtsamer und bewusster wahr- und aufzunehmen, die ansonsten im Lärm und in der Geschäftigkeit des Alltags untergehen. In diesen Wochen ist es der Frühling, der mit bereits helleren und längeren Tagen, der an Kraft gewinnenden Sonne, der aufbrechenden Natur und Vogelgezwitscher – und völlig unbeeindruckt von unseren menschlichen Corona-Sorgen – Einzug hält.
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31.03.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die gegenwärtige Krise kann nach meiner Überzeugung eine Chance sein, gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir künftig miteinander und mit der Schöpfung umgehen und wie wir in Zukunft wirtschaften wollen. Ist das bisherige Streben nach ständigem, vermeintlich grenzenlosem Wachstum unseren wirklichen Bedürfnissen angemessen und ist es dem Erhalt und dem Schutz des Lebens in seiner Vielfalt auf der Erde dienlich?
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30.03.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zur Vorstellung des barocken Dichters und Mystikers Angelus Silesius und einer Auswahl seiner Epigramme gestern in meiner Online-Rubrik passt das 1914 entstandene Gedicht „Der Spruch“ des expressionistischen Lyrikers Ernst Stadler (1883-1914), das mir der Poesie-Kenner und Coleiter des Kinder- und Jugendcircus „Faustino“ Johannes Hermann aus Überlingen zugeschickt hat. Für den jungen elsässischen Lyriker und Literaturwissenschaftler Stadler, der im Ersten Weltkrieg im Oktober 1914 mit 31 Jahren an der Westfront fällt, ist Angelus Silesius‘ „Mensch, werde wesentlich!“ der Weckruf zum Erwachen aus Traum und Täuschung und zur Besinnung auf das Wesentliche des Menschseins.
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