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28.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich sehe zwei grundlegende Erkenntnisse und Lernerfahrungen aus der gegenwärtigen Krise: Zum einen dass das Leben trotz aller medizinischen, technischen und sozialen Fortschritte letztlich unsicher und gefährdet bleibt; und zum anderen dass Zusammenstehen und Solidarität auch schwere Stunden leichter bestehen lassen und Kraft und Hoffnung vermitteln auf die Überwindung der Krise und die richtigen Antworten auf die gestellten Herausforderungen. Der Barde Michael Skuppin aus Bad Saulgau hat diese gleichzeitige Erfahrung des Ausgeliefertsein und des Miteinanders in seinem Mundartlied „Bloß sterba muaß jeder alloi“ wunderbar ausgedrückt und zugleich vertont. Mit seiner Erlaubnis darf ich das Lied in Text und Vertonung mit Ihnen teilen.
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27.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich finde es tröstlich, dass inmitten unseres aus dem gewohnten Lauf geworfenen gesellschaftlichen Lebens und persönlichen Alltags die Natur und der Frühling gänzlich unbeeindruckt ihren normalen Gang nehmen. Von meinen Wahrnehmungen auf meinen täglichen Spaziergängen am Donautal-Trauf und dem für mich verheißungsvoll blühenden Schlehenbäumchen im Garten habe ich Ihnen bereits berichtet. Heute will ich Ihnen ein wenig von der Apfelblüte vorschwärmen, die in diesem Jahr unseren Garten in ein betörend duftendes und summendes rot-weißes Blütenmeer verwandelt.
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26.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auf Empfehlung von Diakon Werner Knubben will ich Ihnen heute den deutsch-schweizerischen Kulturphilosophen und Dichter Jean Gebser (1905-1973) und sein Gedicht „Und es will Vieles werden“ vorstellen. Vor allem mit seinem 1949 und 1953 erschienenen zweibändigen Hauptwerk „Ursprung und Gegenwart“ gilt Gebser als Begründer einer kulturwissenschaftlich orientierten Bewusstseinsgeschichte. Er erkennt eine reiche Fülle menschlicher Bewusstseinskräfte, die nicht auf Verstand und Vernunft reduziert werden dürften. Neben dem verstandesmäßigen Begreifen und analytischen Denken gebe es einen magischen Weltbezug und mythische Weltdeutungen. In einem durch Krisen ausgelösten Sprung aus der Zivilisation, wie wir sie kennen, sieht Gebser die Chance für die Entwicklung eines Integralen Bewusstseins. In seinem Gedicht schildert er das aus dem Vertrauen erwachsende, erst zu erahnende Heraufziehen eines neuen Bewusstseins, das Himmel und Erde heilend verbindet.
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25.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute möchte ich Ihnen Mullah Nasrudin und seine Geschichte vom verkehrten Esel vorstellen. Die Erzählungen von Mullah oder Hodscha Nasrudin sind orientalische Eulenspiegelgeschichten, die von China über Afghanistan, Usbekistan und das südliche Russland bis in den Vorderen Orient und in den lange Jahrhunderte osmanisch beherrschten Balkan über alle ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten hinweg bekannt sind. Es sind Schelmengeschichten von einem schiitischen Mullah, die die Religion vom sprichwörtlichen hohen Ross herunterholen und sie auf einen sympathischen kleinen Esel, das Last- und Reittier von Nasrudin, setzen.
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24.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Werke der Bildenden Kunst haben ihre Bedeutung als Wegbegleiter, Seelentröster und Hoffnungsspender gerade auch in schwierigen Lebenslagen und Krisen wie aktuell in der Corona-Pandemie mit den damit einhergehenden Einschränkungen des persönlichen Alltags und des öffentlichen Lebens. Der Maler Nikolaus Mohr hat mich auf einen spanischen Videoclip aufmerksam gemacht, der anhand von bekannten „Klassikern“ der Bildenden Kunst von der Renaissance bis zur Moderne die aktuelle Situation mit ihren Einschränkungen wie auch den Reaktionen und dem Umgang der Menschen mit ihrem veränderten Alltag durchaus humorvoll spiegelt.
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23.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute will ich Ihnen Gedanken des Philosophen und Autors Friedrich Nietzsche (1844-1900) zur Gesundheit nahe bringen, die unser Überlinger Lyrikkenner Johannes Hermann ausgegraben und mir zugeschickt hat. Das Ringen um die Gesundheit war Nietzsche ein Leben lang vertraut, litt er doch chronisch an Migräne, Magenbeschwerden und zunehmend an psychischen Erkrankungen. Als ruheloser und unsteter Reisender war er über Jahre in Deutschland, der Schweiz, Italien und Frankreich auf der Suche nach einem für seine Gesundheit günstigen und förderlichen Ort – ohne letztlich fündig zu werden.
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22.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute, am 22. April, vor genau 75 Jahren ging für den größten Teil des heutigen Landkreises Sigmaringen der Zweite Weltkrieg zu Ende. Die allermeisten Städte und Dörfer, so auch Meßkirch, Pfullendorf, Sigmaringen, Mengen und Saulgau, wurden ohne größeren Widerstand im Laufe dieses Tages von französischen Truppen erobert und besetzt. Bis zum 25. April folgten viele kleinere Ortschaften abseits der Vormarschstraßen nach. Für die Mehrzahl der Menschen an der Oberen Donau war der Einmarsch feindlicher Truppen keine Befreiung, sondern die bittere Niederlage in einem mörderischen Krieg, der im ländlichen Raum von Hohenzollern und Oberschwaben zwar für nur wenige Zerstörungen und Opfer durch Bombenangriffe und Kampfhandlungen vor Ort gesorgt, aber gleichwohl Tausende von Menschenleben unter den in den Eroberungs- und Vernichtungskriegen von Nazi-Deutschland eingesetzten Soldaten gekostet hatte.
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21.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Sie wissen mittlerweile um meine Vorliebe für prägnante Mundartgedichte, die mit ihrem sprachlichen Feinsinn und Nuancenreichtum Dinge unvergleichlich auf den Punkt zu bringen vermögen. Heute will ich Ihnen zwei Gedichte über die Zeit nahe bringen: einmal in lakonischem Radolfzeller Seealemannisch von Manfred Bosch, der nicht nur einer der besten Kenner der Literaturgeschichte am Bodensee und in Oberschwaben, sondern auch ein herausragender Mundartdichter ist und zu Recht für seine Verdienste auf beiden Feldern den Bodensee-Literaturpreis erhalten hat; und zum anderen von meiner Frau Irene Hedwig Weber, für die das Dichten von jeher Lebens- und Überlebenshilfe ist, in ihrem Kaiserstühler Heimatdialekt.
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20.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,heute möchte ich Ihnen eines meiner Lieblingslieder vorstellen: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bißchen Glück und ich träum davon in jedem Augenblick“ in der Interpretation der berühmten „Comedian Harmonists“ aus dem Jahr 1932. Werner Richard Heymann komponierte den Schlagerklassiker mit dem Liedtext von Robert Gilbert für die UFA-Filmkomödie „Ein blonder Traum“ von Paul Martin nach dem Drehbuch von Walter Reisch und Billy Wilder mit Lilian Harvey, Willy Fritsch undWilli Forst in den Hauptrollen. Dass nur kurze Zeit später unter der nationalsozialistischen Gewalt- und Unrechtsherrschaft sowohl die jüdischen Mitglieder der „Comedian Harmonists“ wie auch die jüdischen oder politisch inopportunen Mitarbeiter der UFA Berufsverbot erhielten und großenteils außer Landes getrieben wurden, möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich erwähnen.
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19.04.2020
Kultur & Archiv
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
bei der Livestream-Diskussion „Herausforderung Corona-Krise“ am vergangenen Donnerstag mit Vertretern der Kirchen, der Kultur, der Schulen und der Wirtschaft im Landkreis Sigmaringen war auch die Rede von der „Systemrelevanz“ in der aktuellen Situation. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass beim Schutz der Bevölkerung und zumal der Schwachen und besonders Gefährdeten derzeit in erster Linie die Medizin,die Wissenschaft, die Politik, die Sicherheitsbehörden und die in der Grundversorgung der Menschen tätigen Berufsgruppen gefordert seien und zu Recht im Zentrum der Aufmerksamkeit und auch der Anerkennung stünden.
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