Eichen-Prozessionsspinner im Landkreis
Der Schmetterling selbst ist unscheinbar, problematisch sind vor allem seine Raupen. Sie tragen feine Brennhaare, die bei Menschen und Tieren Beschwerden auslösen können. Die Fachbereiche Gesundheit und Forst des Landratsamts Sigmaringen bitten Waldbesucherinnen und Waldbesucher deshalb um besondere Vorsicht.
Der Eichen-Prozessionsspinner lebt überwiegend an Eichen. Bislang spielte die Art im Landkreis Sigmaringen keine Rolle, da sie in Baden-Württemberg vor allem in wärmeren Regionen vorkommt. Als Folge des Klimawandels und die dadurch zunehmend warmen und trockenen Jahre breitet sich das Insekt jedoch weiter aus. „Die Nachweise in unserem Landkreis zeigen, dass wir die Entwicklung aufmerksam beobachten müssen“, sagt Andreas Schmid, Leiter des Fachbereichs Forst. „Unser Ziel ist es, Waldbesucherinnen und Waldbesucher frühzeitig zu informieren und mit Schildern auf betroffene Bereiche hinzuweisen, wo es zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist.“
Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme besteht darin, jeden Kontakt mit den Raupen und ihren Brennhaaren unbedingt zu vermeiden. Die feinen Haare enthalten ein Nesselgift und können teils heftige allergische Reaktionen auslösen. Wer sich in betroffenen Bereichen aufhält, sollte möglichst lange Kleidung tragen. Nach einem möglichen Kontakt empfiehlt es sich, gründlich zu duschen und die Kleidung zu wechseln. Getragene Kleidung sollte bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
Die Brennhaare der Eichen-Prozessionsspinnerraupe können starke Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Die Fachbereiche Gesundheit und Forst des Landratsamts Sigmaringen rufen daher zur Vorsicht beim nächsten Waldspaziergang auf. (Foto: S. Masino/FVA BW)
Beschwerden treten häufig erst nach einigen Stunden auf und können bis zu zwei Wochen anhalten. Möglich sind Hautreizungen mit Papeln, Knötchen und Juckreiz, Bindehautentzündungen sowie Husten und Atembeschwerden. In manchen Fällen ist eine ärztliche Behandlung erforderlich, um die Symptome zu lindern. Bei Hautreaktionen können kühlende Umschläge, juckreizlindernde Cremes oder kortisonhaltige Salben helfen. Bei starken Beschwerden nach einem möglichen Kontakt sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen.
Für Laien ist der Eichen-Prozessionsspinner vor allem an seinem typischen Verhalten zu erkennen: Die Raupen bewegen sich häufig in langen Reihen hintereinander fort – wie in einer Prozession. Daher stammt auch ihr Name. Sie können an Eichenstämmen, in den Baumkronen oder auch am Boden unterwegs sein. Im weiteren Verlauf des Frühsommers sammeln sich die Raupen in größeren Gruppen und bilden sogenannte Gespinste. Diese weißlich-grauen Nester befinden sich oft am Stamm, an starken Ästen oder in Astgabeln.
Gerade diese Gespinste sind besonders problematisch. In ihnen häuten sich die Raupen und verpuppen sich später zu Faltern. Dabei sammeln sich dort zahlreiche Brennhaare. Wer Raupen oder Gespinste entdeckt, sollte deshalb Abstand halten, sie keinesfalls berühren und den betroffenen Bereich verlassen. Auch Hunde und andere Haustiere sollten von Raupen, Nestern und befallenen Eichen ferngehalten werden.
Bis etwa Ende Juli oder August verpuppen sich die Raupen und entwickeln sich zu Faltern. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Gefahr durch aktive Raupen ab. Entwarnung bedeutet das allerdings nicht vollständig: Die Brennhaare können auch in verlassenen Gespinsten, an Baumrinde oder im Umfeld befallener Bäume noch längere Zeit vorhanden sein.
Wer Eichen-Prozessionsspinner im Wald entdeckt, sollte den Raupen und Gespinsten nicht zu nahe kommen und den Fund dem Fachbereich Forst melden. Erreichbar ist dieser unter der Telefonnummer 07571 102-2510 oder per E-Mail.
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