Das Kulturschwerpunkt-Programm für Juli
Von historischen Schulstuben bis hin zu Künstlicher Intelligenz: Der Kulturschwerpunkt 2026/27 lädt dazu ein, Bildung im Landkreis Sigmaringen neu zu denken und neu zu erleben. Unter dem Motto „Leidenschaftlich neugierig – Wie wir im Landkreis Sigmaringen lern[t]en“ spannt das Programm den Bogen von vergangenen Lernorten und -wegen bis zu aktuellen und zukünftigen Bildungsfragen. Bei rund 80 Veranstaltungen öffnen Museen, Schulen, Vereine und weitere Institutionen ihre Räume und machen die Vielfalt der regionalen Bildungslandschaft sichtbar. So sieht das Programm für den Monat Juli aus:
Stefany Wohlfart, Friederike Andresen und Karl Gindele laden für Sonntag, 5. Juli, zur Vernissage der Ausstellung „ZeitLebens“ um 10 Uhr in der Alten Kirche Rulfingen ein. Die drei Kunstschaffenden Ü 65 aus Oberschwaben erkunden in ihren Werken den freiheitlichen Gedanken und die Lust auf bildende Kunst. In der Ausstellung, die bis zum 16. August zu sehen ist, wird die Bedeutung der Bildung auch für reifere Jahrgänge deutlich. Der Eintritt ist frei.
Stefany Wohlfart, Karl Gindele und Friederike Andresen (von links) erkunden in ihren Kunstwerken den freiheitlichen Gedanken und die Lust auf bildende Kunst. Am 5. Juli wird ihre Ausstellung „ZeitLebens“ in der Alten Kirche Rulfingen eröffnet. (Foto: Silke Leopold)
Michael Skuppin, Dozent für Sprachen, Lernpädagogik und Lernpsychologie, zeigt am Sonntag, 5. Juli, um 17 Uhr im Bindhaus-Museum in Pfullendorf auf, was es mit dem Lernen auf sich hat. Vor der mit Bedacht gewählten historischen Kulisse vermittelt er neue Zugänge zum Lernen. So ist auch der Titel seines Vortrags, „Lernen mit Blödsinn“, mit einem Augenzwinkern zu verstehen: Menschen können sich besonders gut den größten Blödsinn merken. Im Vortrag geht es darum, wie sie am besten und am effektivsten lernen können. Veranstalter ist die Stadt Pfullendorf in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Museumsverein und Michael Skuppin. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Einen inspirierenden Fortbildungstag für alle, die Naturbildung lebendig gestalten möchten, bietet die zertifizierte Waldpädagogin Nina Hainzl vom Fachbereich Forst des Landratsamts Sigmaringen am Donnerstag, 9. Juli, an. Das Thema: „Multitalent Wald – praktische Umsetzung der Waldpädagogik in der Bildungsarbeit.“ In der eintägigen Fortbildung erfahren pädagogische Fachkräfte, wie sie den Wald wirksam und nachhaltig in ihre Bildungsarbeit integrieren können. Praxisnahe waldpädagogische Methoden, kurze Impulse und direkt erlebbare Übungen zeigen, wie der Wald Bildungsprozesse anregt, Kompetenzen stärkt und Kinder und Jugendliche ganzheitlich begleitet. Anmeldungen sind hier möglich.
Wie Erinnerungskultur funktioniert, verdeutlicht ein Erfahrungsbericht der Arbeitsgruppe „SLG Sehen Lernen Gestalten“ zur Studienwoche von Schülerinnen und Schülern der Kreisberufsschule auf der Deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in den Niederlanden. Die Veranstaltung am Donnerstag, 9. Juli, um 19 Uhr im Kulturzentrum Altes Kloster Bad Saulgau zeigt, wie außerschulische Lernorte Geschichte lebendig machen und Friedensarbeit erlebbar wird.
Unter dem provokanten Titel „Wofür brauchen wir noch Schulen und Hochschulen?“ steht ein offenes Veranstaltungsformat am Donnerstag, 16. Juli, von 17.30 bis 20 Uhr im Foyer der Forschungsfabrik, Marie-Curie-Straße 20, auf dem Innovationscampus Sigmaringen. Dabei gehen die Hochschule Albstadt-Sigmaringen, das Haus Nazareth und mehrere Schulen im Landkreis der Frage nach, wie sich die Bildungslandschaft angesichts rasanter technologischer Entwicklung, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz verändert. Es gibt Impulsvorträge, Informationsstände und die Gelegenheit zum persönlichen Austausch über gegenwärtige Entwicklungen, Chancen und Risiken.
Die karolingische Klosterstadt Campus Galli bietet am Samstag, 18., und Sonntag, 19. Juli, ein ganztägiges Themenwochenende zu „Feder und Farbe“ an. Für Bildung ist das Schreiben von zentraler Bedeutung: Es bewahrt Wissen, macht es weitergebbar und eröffnet neue Lernwege. Schon im frühen Mittelalter galten das Schreiben und Malen als hoch angesehene Kunst, insbesondere in den Skriptorien der Klöster. Auch der St. Galler Klosterplan, nach dem auf dem Campus Galli gebaut wird, sieht eine solche Schreibstube vor. Beim Themenwochenende können Besucherinnen und Besucher die mittelalterliche Buchherstellung von der Pergamentherstellung über Buchbinden, Kalligraphie und Buchmalerei miterleben und selbst aktiv werden, indem sie historische Schriften ausprobieren oder ein eigenes kleines Buch binden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt für das Themenwochenende ist im regulären Ticketpreis enthalten.
In der Galerie Alter Löwen in Pfullendorf wird am Sonntag, 26. Juli, die Ausstellung „Kunst. Klasse!“ eröffnet. Die Vernissage beginnt um 14 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 30. August zu sehen. „Kunst. Klasse!“ zeigt die Vielfalt künstlerischer Bildung in Pfullendorf und stellt die Kunst als unverzichtbaren Teil allgemeiner und kultureller Bildung in den Mittelpunkt. Präsentiert werden Arbeiten aus Schulen und Kindertageseinrichtungen – von ersten kreativen Spuren bis hin zu ausgereiften Projekten. Die Schau macht sichtbar, wie Kunst Denk- und Freiräume öffnet, Ausdrucksfähigkeit und kritisches Denken fördert und jungen Menschen ermöglicht, ihre eigene Sicht auf die Welt zu entwickeln.
In der Ausstellung „Kunst. Klasse!“ in der Städtischen Galerie Alter Löwen in Pfullendorf sind Arbeiten aus Schulen und Kindertageseinrichtungen zu sehen – unter anderem diese Schülerarbeit von Minela Pepeljak von der Realschule am Eichberg. Vernissage ist am 26. Juli. (Foto: Minela Pepeljak)
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