Sonderführung zu Gottfried Graf
Der in Mengen geborene und aufgewachsene Künstler Gottfried Graf gilt nicht nur als einer der Pioniere des modernen Holzschnitts, sondern hat auch in der Malerei und Zeichnung beeindruckende Werke hinterlassen. In der Ausstellung in der Kreisgalerie Schloss Meßkirch liegt einer der Schwerpunkte auf seinen Arbeiten. Die Sonderführung am Sonntag, 26. April, um 15 Uhr zeigt auch Zusammenhänge zwischen Kunstgeschichte, Grafs persönlichem Werdegang und politischen Entwicklungen auf.
Gottfried Graf (1881 – 1938) lebte unter anderem in Tübingen und Stuttgart. Die Landschaften um den Neckar herum, besonders aber zwischen Donau und Bodensee, waren ihm zeitlebens wichtig. Er bewahrte sich die Verbundenheit zu seiner Geburtsregion und zog seine schöpferische Kraft aus der Landschaft.
Von 1920 bis zu seiner Diffamierung als „entarteter Künstler“ durch die Nationalsozialisten 1938 leitete Graf die Holzschnittklasse an der Stuttgarter Akademie der Künste. Unter dem Einfluss wichtiger Künstlergruppen seiner Zeit, wie den „Fauves“ oder der „Brücke“, entwickelte er sich stetig weiter. So wird ihm nachgesagt, er sei der einzige Denker gewesen, der die Prinzipien des Kubismus verstanden und zu deuten gewusst habe. Gottfried Graf gilt mit seinen Werken als wichtiger Vertreter des Kubismus in Deutschland, der die Avantgarde dieser Zeit in Stuttgart geprägt hat.
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