Tag des Gesundheitsamts am 19. März
In Zeiten von Quarantäne, Tests und Kontaktverfolgung stand es plötzlich im Fokus der Öffentlichkeit. Doch die Pandemie hat nur einen Teil der Arbeit sichtbar gemacht. Denn das Gesundheitsamt ist deutlich vielfältiger. Darauf macht der Tag des Gesundheitsamts am 19. März aufmerksam.
„Wir begleiten Familien bereits im Kindesalter: Bei der Einschulungsuntersuchung werden alle Kinder im vorletzten Kindergartenjahr untersucht“, sagt Dr. Susanne Haag-Milz, Leiterin des Sigmaringer Gesundheitsamts. Dabei geht es nicht um eine Bewertung, sondern um die frühzeitige Unterstützung des Kindes, sofern Förderbedarf besteht. „Gleichzeitig liefern die Ergebnisse wichtige Daten für die Gesundheitsberichterstattung und helfen bei der Planung bedarfsgerechter gesundheitlicher Maßnahmen.“
Auch die Kinder- und Jugendzahnpflege gehört zum präventiven Auftrag. Seit Anfang des Jahres werden die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen im „Gelben Heft“ dokumentiert. Damit ist die Mundgesundheit fester Bestandteil der Vorsorge von Kindern.
Ein zentraler Anlaufpunkt für Familien im Landkreis Sigmaringen stellt das Familiengesundheitszentrum an den Standorten Sigmaringen, Bad Saulgau und Pfullendorf dar. „Dort arbeiten Hebammen und pädagogische Fachkräfte Hand in Hand, um Eltern praktische Unterstützung und verlässliche Beratung von der Schwangerschaft bis ins erste Lebensjahr ihres Kindes zu bieten“, sagt Dr. Haag-Milz. So können Familien offene Hebammensprechstunden nutzen, an Kursen teilnehmen und sich bei Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen umfassend informieren. Neue Vernetzungsmöglichkeiten und bedarfsgerechte Fortbildungen stärken die ambulante Hebammenversorgung.
Darüber hinaus arbeitet das Gesundheitsamt kontinuierlich an der medizinischen Primärversorgung im Landkreis Sigmaringen. „Durch den Aufbau regionaler Primärversorgungsnetzwerke werden die Zusammenarbeit der Gesundheitsakteure gestärkt und Versorgungslücken geschlossen“, betont die Leiterin des Sigmaringer Gesundheitsamts. Die Gesundheitsförderin des Landkreises koordiniert die Maßnahmen, vermittelt zwischen Ärzteschaft, Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und Landkreis und wirkt darauf hin, dass die Bevölkerung bedarfsgerecht, wohnortnah und patientenorientiert versorgt wird.
Auch im Erwachsenenalter bleibt das Gesundheitsamt Ansprechpartner für wichtige Themengebiete. Der amtsärztliche Dienst erstellt medizinische Gutachten, Bescheinigungen, etwa zum für Reisen mit Betäubungsmitteln, und bietet anonyme und kostenlose Beratungen zu HIV sowie anderen sexuell übertragbaren Infektionen an. „Weniger bekannt, aber für die öffentliche Gesundheit bedeutsam ist die Erfassung von Daten zur Todesursachenstatistik, die wichtige Erkenntnisse auf gesundheitliche Entwicklungen liefert und als Grundlage für verlässliche gesundheitspolitische Entscheidungen dient“, erklärt Dr. Haag-Milz.
Eine Kernaufgabe des Gesundheitsamts ist der Infektionsschutz. Das Amt berät bei Infektionskrankheiten, ermittelt Krankheitsausbrüche, überwacht meldepflichtige Infektionskrankheiten, betreut Tuberkulosefälle und berät Einrichtungen wie Krankenhäuser, Gemeinschaftseinrichtungen sowie die Öffentlichkeit zu Hygienefragen. Ebenso finden Belehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz beim Umgang mit offenen Lebensmitteln statt. Das Gesundheitsamt sorgt aktiv dafür, dass Infektionen eingedämmt und Risiken frühzeitig erkannt werden.
Genauso bedeutend ist die Überwachung von Umweltfaktoren, insbesondere die Trinkwasserqualität und die Sicherheit von Schwimm- und Badegewässern. Das Gesundheitsamt prüft regelmäßig diese Gewässer, bewertet mögliche Gefahren für die Gesundheit und ergreift Maßnahmen, um Risiken zu minimieren. Dadurch wird die Bevölkerung umfassend geschützt.
Der Tag des Gesundheitsamts will diese Vielfalt an Aufgaben in den Mittelpunkt rücken. „Diesen Anlass möchten wir nutzen, um den Blick zu weiten“, sagt Dr. Susanne Haag-Milz. „Denn das Gesundheitsamt ist nicht nur eine Behörde für Krisenzeiten, sondern ein zentraler Akteur im öffentlichen Gesundheitswesen.“
- News der Website