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Gesundheit

Am 5. Mai ist Welthebammentag


Die Fähigkeiten und das Wissen von Hebammen wurden über Generationen hinweg bewahrt, weiterentwickelt und weitergegeben. Ihre Arbeit umfasst die Betreuung ab dem Zeitpunkt des Kinderwunsches über Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit bis zum ersten Geburtstag des Kindes. Um die Anerkennung des Berufsstandes zu stärken und auf die beruflichen Herausforderungen der Hebammen aufmerksam zu machen, wird seit 1991 weltweit in mehr als 50 Ländern am 5. Mai der Welthebammentag gefeiert.

Der Landkreis Sigmaringen legt einen seiner Arbeitsschwerpunkte ebenfalls auf die Gesundheit rund um die Geburt. Ziel ist eine umfassende Betreuung der werdenden Mütter und eine verbesserte Hebammenversorgung im Wochenbett. Hinzu kommt die frühzeitige psychosoziale Unterstützung von Familien bei Unsicherheiten der in belastenden Situationen. Zwei Hebammenkoordinatorinnen des Landkreises arbeiten eng mit den geburtshilflichen Abteilungen der umliegenden Kliniken und den freiberuflich tätigen Hebammen zusammen. Bei Bedarf helfen sie auch dabei, eine Hebamme zu finden.

Im Familiengesundheitszentrum mit Hebammenambulanzen an den Standorten Bad Saulgau, Pfullendorf und Sigmaringen arbeiten Hebammen mit Sozialpädagoginnen der Fachstelle „Familie am Start“ Tür an Tür zusammen. Das ermöglicht eine umfassende Begleitung und Betreuung von Mutter, Kind und Familie. An jedem Werktag findet in einer dieser drei Hebammenambulanzen eine offene Hebammensprechstunde statt.

Die Hebammen im Landkreis Sigmaringen legen besonderen Wert auf eine umfassende Betreuung der werdenden Mütter und die Hebammenversorgung im Wochenbett. (Foto: honcharr/Adobe Stock)Vom Kinderwunsch bis zum ersten Geburtstag des Kindes: Die Hebammen im Landkreis Sigmaringen legen besonderen Wert auf eine umfassende Betreuung der werdenden Mütter und die Hebammenversorgung im Wochenbett. (Foto: honcharr/Adobe Stock)

Regelmäßige Treffen und Fortbildungen fördern die Vernetzung der freiberuflichen Hebammen im Landkreis Sigmaringen und verbessern damit ihre Arbeitsbedingungen und die Qualität der Betreuung. Hebammen greifen bei ihrer Arbeit auf Erkenntnisse der aktuellen Forschung, das traditionelle Wissen und ihren eigenen Erfahrungsschatz zurück. In den Hebammensprechstunden geben sie diese wertvolle Fachkompetenz weiter an Schwangere und (werdende) Eltern, die keine Hebamme finden oder sich eine weitergehende Beratung zu Themen wie Stillen, Tragen oder Schlafen wünschen.

Bis eine Hebamme die Begleitung der werdenden Mutter, die Lenkung der Geburt und die Betreuung von Mutter und Kind im Wochenbett beherrscht, ist es ein langer Weg. In der mindestens dreijährigen Berufsausbildung, die seit 2020 als duales Studium angeboten wird, lernen Hebammen unter anderem, wie sie Risiken und Gefahren für Mutter und Kind rechtzeitig erkennen und im Notfall Hilfe sicherstellen. Über ihre Berufsordnung sind sie an Richtlinien und Standards gebunden, die eine hohe Qualität der Betreuung sichern und für Mutter und Kind die größtmögliche Sicherheit gewährleisten.

Veränderungen hat es in den vergangenen Jahren aber nicht nur bei der Ausbildung von Hebammen gegeben, sondern auch bei anderen Angeboten zur Unterstützung von Müttern und Neugeborenen. „Doulas“ oder „Prä- und Postnatale Coaches“ bieten in der Zeit der Familiengründung praktische Hilfe an. Sie leisten das, was traditionell Mütter, Großmütter oder andere Vertrauenspersonen bei der Geburt eines Kindes übernommen haben. Sie stehen Gebärenden bei, entlasten die Wöchnerinnen und unterstützen bei der Betreuung des Babys. Sie ersetzen dabei jedoch nicht die Hebamme: Im Gegensatz zu Hebammen haben sie keine medizinische Ausbildung und dürfen keine medizinischen Entscheidungen treffen.

Um einen Einblick in den Beruf der Hebamme und dessen Entwicklung zu geben, findet am Montag, 10. Juni, von 19 bis 20.30 Uhr die Informationsveranstaltung „Hebammenberuf im Wandel“ im Sitzungssaal des Sigmaringer Landratsamts statt. Die beiden erfahrenen Hebammen Annette Mett und Melanie Gottwalt, seit 2020 Hebammenkoordinatorinnen des Landkreises Sigmaringen, teilen ihre persönlichen Erfahrungen und berichten von ihrem Werdegang. Sie verdeutlichen die Unterschiede zwischen der Hebammentätigkeit von gestern und heute und geben Einblicke in die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen im Arbeitsalltag. Dabei beleuchten sie auch die Entwicklung der Ausbildung bis hin zur Akademisierung.

Weitere Informationen zur Hebammenhilfe, Tipps zur Hebammensuche, weitere Beratungsangebote und hilfreiche Links gibt es hier. Dort sind auch die Beratungszeiten und Kontaktdaten des Familiengesundheitszentrums mit den offenen Hebammensprechstunden in Sigmaringen, Bad Saulgau und Pfullendorf zu finden.

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