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Bürkle: „Müssen stationäre und ambulante Gesundheitsversor-gung im Kreis zukunftsfest machen“


Zumeldung des Landkreises zur PM der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH „Geschäftsführung der SRH Kliniken im Landkreis Sigmaringen stellt medizinisches Konzept vor“

Noch sind keine Entscheidungen getroffen - Kreistag steigt am 7. und 18. Oktober in Beratungen ein, eine zweite Meinung soll eingeholt werden

Am Montag, 20. September stellten die Geschäftsführung der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen und die drei Gesellschafter (SRH, Landkreis und die Stadt Pfullendorf) den Vorschlag der Geschäftsführung für ein neues medizinisches Konzept für die Kliniken im Landkreis Sigmaringen der Öffentlichkeit vor. Es wurde unter Beteiligung des Beratungsunternehmens Curacon erarbeitet.

Geplant ist, dass der Kreistag darüber im Verwaltungs- und Sozialausschuss am 7. Oktober und der gesamte Kreistag am 18. Oktober berät. Die Bürgerinnen und Bürger sollen frühzeitig am 24. September in einer Dialogveranstaltung informiert werden.

Eine Entscheidung der Gremien über das medizinische Konzept ist zwischen Dezember 2021 und März 2022 vorgesehen.

Landrätin Stefanie Bürkle: „Uns alle hat in den vergangenen Jahren der Wunsch geleitet, den Menschen in einem engen Radius von wenigen Kilometern ein Krankenhaus anbieten zu können. Die Aufarbeitung und Empfehlung, die die Geschäftsführung gemeinsam mit Curacon nun vorgelegt hat, lässt uns aber bitter lernen, dass dieser Wunsch in Zukunft medizinisch, personell und auch betriebswirtschaftlich immer schwerer zu erfüllen sein wird. Das medizinische Konzept zeigt uns auf, dass sich die Medizin und die regulatorischen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren grundlegend verändert haben und sich dies nun auch im Landkreis Sigmaringen signifikant auswirkt.

Lassen Sie mich das an zwei anschaulichen Beispielen festmachen: Eingriffe, für die Menschen vor wenigen Jahren noch über eine Woche im Krankenhaus lagen, können heute minimalinvasiv oder gar ambulant behandelt werden, was gut für die Menschen ist. Oder: Schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle erfordern ein interdisziplinäres Zusammenwirken in Zentren, wie wir zum Glück mehrere am Krankenhaus in Sigmaringen haben.

Noch hinzu kommt, dass Corona wie ein Brandbeschleuniger dazu geführt hat, dass sich immer weniger Menschen für eine Behandlung in den Kliniken entscheiden. Zudem erleben die Kliniken bundesweit, aber auch wir in unserem Landkreis, wie schwierig es ist, qualifiziertes Personal für ländliche Räume und Klinikstrukturen, wie wir sie derzeit vorhalten, zu finden. Und auch die betriebswirtschaftlichen Zahlen von Krankenhäusern bundesweit, aber auch unserer Häuser verschlechtern sich deutlich. Für uns alle ist diese Erkenntnis, die Curacon uns aufgezeigt hat, überaus schmerzhaft.

Dennoch haben wir als Landkreis Sigmaringen auch weiter den Anspruch Krankenhausleistungen auf hohem medizinischen Niveau anbieten zu können. Deshalb muss uns in der Diskussion der kommenden Wochen die Frage leiten, wie wir es schaffen auch in der Zukunft den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Sigmaringen eine hohe medizinische Qualität anzubieten und Personal und Mittel auch für medizinischen Fortschritt in der Zukunft zu haben. Wir wollen bei all den Umbrüchen in der Medizin die stationäre Versorgung zukunftsfest aufstellen. Daher müssen wir jetzt in die Diskussion einsteigen, was es dafür braucht unsere Kliniken medizinisch, personell und wirtschaftlich so aufzustellen, dass die Strukturen im Landkreis auf die Medizin von heute und morgen passen und andererseits müssen wir mit weiteren Akteuren im Landkreis Fragen der ambulanten Versorgung konstruktiv besprechen und klären.

Wenn wir dieses unglaublich wichtige, aber komplexe Thema jetzt angehen und zeitnah entscheiden, haben wir noch die Möglichkeit, aktiv zu gestalten und vor allem die Weichen für die Zukunft richtig zu setzen.

Die Experten von Curacon haben verschiedene Handlungsalternativen geprüft und uns einen konkreten Vorschlag auf den Tisch gelegt, den es nun ehrlich und sachlich zu diskutieren gilt. Bei allen Veränderungsnotwendigkeiten, die wir sehen, sind wir in der glücklichen Lage, dass wir in Sigmaringen ein Krankenhaus haben, das u.a. mit den onkologischen Angeboten, der Urologie oder der Neurologie und den verschiedenen Zentren weit mehr als eine Grundversorgung bietet. Der Standort Sigmaringen wird auch in Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis gut versorgen können, er ist heute schon auch ein Angebot für die Bürgerinnen und Bürger aus dem Raum Pfullendorf und Bad Saulgau. Am Krankenhaus Sigmaringen können wir eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für alle Kreisbewohnerinnen und -bewohner und darüber hinaus anbieten.“

Gravierende Veränderungen schlägt das Konzept der Geschäftsführung und von Curacon für die Standorte in Pfullendorf und Bad Saulgau vor. „Diese Empfehlungen sind bei uns eingeschlagen wie eine Bombe,“ so Landrätin Stefanie Bürkle. „Ich kann die Herleitung von Curacon nachvollziehen und ich habe mich selbst in den vergangenen Jahren mit den Problemen kleiner Standorte intensiv beschäftigt. Ich habe das Gespräch mit Fachleuten gesucht, viel gelesen und erörtert und dennoch musste ich für mich feststellen, und das beschäftigt mich sehr, dass unsere stationäre Struktur in Pfullendorf und Bad Saulgau nicht zukunftsfähig ist. Umso mehr halte ich es angesichts der großen Veränderungen, die vorgeschlagen werden, für unerlässlich, vor einer Entscheidung dieser Tragweite eine zweite Meinung einzuholen.“ Ein entsprechender Beschluss soll in den Sitzungen im Oktober beraten werden.

„Neben den Fragen der stationären Versorgung, die die Empfehlungen von Curacon beleuchtet, ist mir auch die ambulante Versorgung ein Anliegen, gerade wenn es zu Strukturveränderungen im stationären Bereich kommen sollte. Die ambulante Versorgung wird in Zukunft immer wichtiger werden. Daher möchte ich gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung, den Ärztinnen und Ärzten vor Ort, den Gemeinden, den Kliniken, den Menschen vor Ort, den Krankenkassen und dem Land Baden-Württemberg sektorenübergreifende Konzepte nicht nur für Pfullendorf und Bad Saulgau, sondern für den gesamten Kreis entwickeln. Die Kassenärztliche Vereinigung ist hier der entscheidende Player, ich wünsche mir aber, dass sich auch alle anderen aktiv beteiligen. Nur mit einer guten sektorenübergreifenden Zusammenarbeit werden wir bei einer sich verändernden Medizin auch gute Lösungen für die Zukunft entwickeln können. Der Landkreis wird die Menschen in diesem Veränderungsprozess nicht alleine lassen. Ich werde aktiv den Dialog mit allen suchen,“ so Landrätin Bürkle.

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