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Aktuelle Meldung

Landrätin

Update zu Corona im Kreis Sigmaringen


Wie ist die aktuell die Lage im Kreis Sigmaringen? Wie ist der Trend?
Nach einer relativ ruhigen Phase im Sommer mit stagnierenden Infektionszahlen treten jetzt auch im Landkreis Sigmaringen wieder zunehmend Covid-19-Erkrankungen auf. Wurden Anfang September 10 neue Infektionen in einem Zeitraum von 7 Tagen registriert, so wurden in der vergangenen Woche (12.10. bis 19.10.) 28 Neuerkrankungen gemeldet.
 
Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 22 und aktuell 40 Infizierten ist der Landkreis Sigmaringen aktuell weniger stark betroffen als andere Kreise in der Region, dennoch mahnt Landrätin Stefanie Bürkle zur Vorsicht: „Schon in ein paar Tagen kann die Welt ganz anders aussehen, mit ein oder zwei großen Ausbruchsgeschehen sind wir rasch über der kritischen Inzidenzmarke. Und die neue Coronaverordnung des Landes bedeutet auch bei uns, dass private Treffen nur noch bis zu 10 Personen erlaubt sind.“
 
Sie gibt zu bedenken, dass eine Nachlässigkeit oder gar eine Ignoranz der Regeln zu massiven Einschränkungen im ganz persönlichen Umfeld führen kann: „Wenn wir in einen Betrieb, einer Einrichtung oder einem Ort einen Hotspot haben, ist ganz klar: Es wird ganz speziell dort rasch zu Einschränkungen kommen. Das kann über eine Schließung von Klassen, Schulen, oder anderen Einrichtungen, eine verschärfte Maskenpflicht bis hin zur Absage oder Einschränkung von Veranstaltungen gehen.“
 
 
Wie viele Personen sind aktuell in Quarantäne? Warum ist diese Zahl so hoch?
Aktuell musste im Landkreis Sigmaringen für ca. 300 Personen eine Quarantäne angeordnet werden, da sie als enge Kontaktpersonen ermittelt wurden.
 
Im Gegensatz zu Zeiten des Lockdown finden aktuell wieder zahlreiche Kontakte statt. Die gelockerten Corona Regelungen der vergangenen Wochen erlaubten dies. Dadurch sind die Fallermittlungen bei nachgewiesenen Infektionsfällen aktuell sehr komplex.  
 
Wer infiziert ist, muss gegenüber dem Gesundheitsamt exakt schildern, mit wem er in den vergangenen 2 Tagen Erkrankungsbeginn in engem Kontakt war. Sind beispielsweise Schulen, Kindergärten oder Feierlichkeiten betroffen, werden pro Fall nicht selten bis zu 60 enge Kontakte ermittelt. Deshalb sind wir für die neue Corona-Verordnung des Landes vom Wochenende dankbar. Ein weiterer exponentieller Anstieg der Infiziertenzahlen und damit auch der Kontaktpersonen würde ansonsten dazu führen, dass Infektionsketten nicht mehr nachverfolgt werden können und sich das Virus damit unkontrolliert ausbreitet. 
 
Was dem Gesundheitsamt Sorge bereitet, ist der zunehmend sorglose Umgang mit Hygienemaßnahmen und dem Abstandsgebot, der oft zu vielen engen Kontaktpersonen führt. Das Risiko, dass ein Infizierter mehrere Personen ansteckt und diese in der Folge noch mehr Menschen infizieren, ist aktuell sehr hoch.
 
Eine Hochzeitsfeier im Kreis Tuttlingen, die Grund für 38 Ansteckungen war, gilt als mahnendes Beispiel. Weit über 100 Personen mussten in Quarantäne. Deshalb ist es richtig, was Kanzlerin Angela Merkel gesagt hat: jede Begegnung, die nicht zwingend sein muss, sollte im Moment unterbleiben.
 
Wie viele Schulklassen und Kindergartengruppen sind aktuell in Quarantäne?
Aktuell sind drei Schulklassen in Quarantäne.
 
Wie stecken sich die Menschen an?
Die meisten Ansteckungen finden nach wie vor im engen familiären Umfeld und im engen Freundeskreis statt, auch Veranstaltungen oder private Feiern spielen eine Rolle. Einzelne Infektionen werden auch im beruflichen Umfeld bei engem Kontakt erworben. Von Ansteckungshotspots wie großen Feiern war der Kreis bislang verschont. Bundesweit sind private Feiern aber die Ansteckungsursache Nummer 1. Wir appellieren an unsere Mitbürger, Feiern auf das notwendige Minimum zu beschränken und auch hier die AHA-Regel einzuhalten.
 
Warum ist der Kreis Sigmaringen aktuell weniger stark betroffen als andere Kreise?
Wenn man auf die Regionen mit derzeit hohen Fallzahlen schaut, sieht man, dass sehr häufig Großstädte betroffen sind. Dort spielt bei der Weiterverbreitung eine lebhafte und breite Partyszene offenbar eine Rolle. Auch private Feiern mit vielen Teilnehmern können für einen starken und sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen sorgen, das haben entsprechende Ereignisse in anderen Landkreisen gezeigt. Ein solches Ereignis hat bis jetzt den Landkreis Sigmaringen noch nicht tangiert, auch gibt es keine solch große Partyszene wie in Großstädten.
 
Im Frühjahr war der Kreis Sigmaringen einer der am härtesten betroffenen Kreise. Dass sich die Lage rasch und deutlich besserte, begründet Landrätin Bürkle damit, dass sich die Menschen im Kreis besonders verantwortungsvoll gezeigt haben. „Wir dürfen das Erreichte nun nicht aufs Spiel setzen“, appelliert Bürkle. „Breitet sich das Virus unkontrolliert aus, stecken sich bei der hohen Zahl an Kontakten rasch viele an, es müssen dann noch mehr Menschen in Quarantäne. Uns muss allen bewusst sein, dass die Fallzahlen sehr rasch ansteigen können und auch die kritischen 7-Tages-Inzidenzen von 35 bzw. 50 Fällen pro 100.000 Einwohner gerade in einem kleinen Landkreis schnell erreicht werden. Deshalb: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen, regelmäßig lüften und Menschenansammlungen meiden.“ 
 
Vor welchen Herausforderungen steht das Gesundheitsamt aktuell? Wie viele Mitarbeiter sind aktuell dort tätig? Muss wieder aufgestockt werden?

Derzeit sind im Gesundheitsamt insgesamt 41 Personen tätig, inklusive unterstützende Verwaltungsmitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen des Landratsamtes. Im Frühjahr waren es bis zu 80, aus dem gesamten Landratsamt wurde Personal abgeordnet.
 
Mittlerweile haben wir Corona-Strukturen geschaffen. Neben der unverzüglichen und sorgfältigen Ermittlung bei Meldung eines neuen Infektionsfalles sind die schnelle und vollständige Erfassung, Information und Beratung aller Kontaktpersonen die Herausforderung. Schließlich müssen alle Kontakte innerhalb eines Tages ermittelt werden, um die Infektionsketten rasch zu durchbrechen. Durchschnittlich 45 Minuten braucht es, um eine Person zu ermitteln und zu beraten. Treten kurzfristig mehr Fälle auf, muss das Gesundheitsamt noch weiter aufgestockt werden. Hierfür wurden Mitarbeiter des Landratsamts bereits präventiv geschult, so dass sie innerhalb weniger Stunden einsatzbereit sind. Sie fehlen uns dann aber an anderer Stelle und Aufgaben, die wir in anderen Themen für die Menschen erledigen sollten, können dann nur zeitverzögert bearbeitet werden.
 
Wie sieht sich das Gesundheitsamt für den Winter mit steigenden Fallzahlen gerüstet? Was besorgt die Mediziner?
Sinkende Temperaturen und der Aufenthalt in geschlossenen und wenig gelüfteten Räumen bieten beste Grundlagen zur Verbreitung von Erkältungskrankheiten, dies gilt auch für das Coronavirus, das sich in der Vergangenheit ja als außerordentlich infektiös gezeigt hat.  
 
Das Virus ist nicht weniger ansteckend und auch nicht weniger gefährlich als im Frühjahr. Steigen die Infektionszahlen sprunghaft an und sind die Menschen weiterhin so viel in engem Kontakt, wird das Gesundheitsamt wieder vor einer großen Herausforderung stehen – trotz mehr Personal, optimierter Strukturen und erworbener Routine.
 
Gemeinden, Ärzteschaft, Kliniken, Hilfsdienste, Bundeswehr – alle müssen weiter einem Strang ziehen. Daher wird der Verwaltungsstab nun wieder telefonisch oder digital tagen.
 
Welche Restriktionen gelten, wenn der Landkreis Sigmaringen über eine Inzidenz von 35 kommt?
Das Land hat mit der seit dem 19. Oktober 2020 gültigen CoronaVO geregelt, dass landesweit stärkere Vorsichtsmaßnahmen und Beschränkungen getroffen werden müssen.
Im landesweiten Durchschnitt von Baden-Württemberg wurde die Inzidenz von 35 bereits in der vergangenen Woche überschritten. Aufgrund dessen hat das Land die dritte Pandemiestufe ausgerufen und weitere landesweite Maßnahmen bzw. Restriktionen ergriffen.
 
Welche Restriktionen gelten, wenn der Landkreis Sigmaringen über eine Inzidenz von 50 kommt?
Dann kann der Landkreis per Allgemeinverfügung weitere Restriktionen erlassen. Möglich wären beispielsweise eine weitere Begrenzung von Veranstaltungen, eine Einschränkung des Alkoholausschanks, eine Ausweitung der Sperrzeiten für die Gastronomie bis hin zum Verhängen von nächtlichen Ausgangssperren.
 
Welche Restriktionen dann tatsächlich sinnvoll und notwendig sind, lässt sich heute noch nicht sagen. Der Landkreis wird die Maßnahmen auswählen, die geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sind um das Infektionsgeschehen vor Ort schnellstmöglich einzudämmen und damit das Gesundheitswesen vor einer Überlastung zu schützen.
 
Kann es auch Restriktionen in einzelnen Gemeinden geben, wenn eine Gemeinde über eine Inzidenz von 50 kommt?
Ausschlaggebend ist die Inzidenz auf Landkreisebene. Sollte der Landkreis über eine Inzidenz von 50 kommen und es einkreisbare Ausbruchsgeschehen geben, dann würden wir sicher zuvorderst hier mit unseren Maßnahmen ansetzen.
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