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Kultur & Archiv

Freundlichkeit als Lebenskunst – 048


Als skeptischer Optimist, der als gläubiger Mensch auch Hoffnung auf Erlösung und einen guten Ausgang hat, will ich gerne auf dieses freundliche und positive Menschenbild vertrauen. Es wäre jedenfalls zu wünschen, dass die wertvolle Erfahrung des solidarischen und rücksichtsvollen Miteinanders, die in den ersten Wochen der Corona-Pandemie neben dem beängstigenden Einbruch von Unsicherheit und Gefährdung in unser gesellschaftliches und persönliches Dasein so viel Trost und Halt vermittelt hat, uns auch jetzt in der anschwellenden öffentlichen Diskussion über den richtigen Weg aus der Krise und in eine neue Normalität erhalten bliebe und leitete.
 
Meinungsstreit und Interessenkonflikte gehören in einer offenen und freiheitlichen Gesellschaft zu den normalen und gängigen Verfahren der politischen Verständigung und Entscheidungsfindung. Unbedingt wünschenswert wäre dabei indessen eine „Streitkultur“ in freundlichem Respekt vor der Meinung und der Persönlichkeit des anderen und gerade auch des Kontrahenten. Polarisierung oder Ausgrenzung und Dämonisierung des Andersdenkenden sind dabei kontraproduktiv und hinderlich bei der Suche nach gemeinsamen und solidarischen Antworten auf die großen Herausforderungen von Menschheit und Schöpfung in Gestalt von Klimawandel, Artensterben, globaler Ungleichheit und Befriedung der Krisenherde.
 
Auf Empfehlung meiner langjährigen, geschätzten Mitarbeiterin Sabine Anderson will ich ein Gedicht des Schriftstellers, Kabarettisten und Malers Joachim Ringelnatz (1883-1934) mit Ihnen teilen, der Freundlichkeit als Lebenskunst empfiehlt.
 
 

Es lohnt sich doch

Es lohnt sich doch, ein wenig lieb zu sein
Und alles auf das Einfachste zu schrauben,
Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,
Daß andere ganz anders als wir glauben.

Und stimmte es, daß Leidenschaft Natur
Bedeutete im Guten und im Bösen,
Ist doch ein Knoten in dem Schuhband nur
Mit Ruhe und mit Liebe aufzulösen.
 
(aus: Joachim Ringelnatz: Gedichte dreier Jahre. Berlin: Rowohlt, 1932. S. 26)


Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Edwin Ernst Weber

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