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Kultur & Archiv

Von der Schlehenblüte zum Schlehenlikör – 031


Obwohl ich auf dem Dorf groß geworden bin und über den Bauernhof meiner Familie mütterlicherseits bis in die Jugendjahre recht naturnah gelebt habe, habe ich vor einigen Jahren dank meiner täglichen Spaziergänge durchaus mit Erstaunen registriert, dass die Bäume zu nahezu gleicher Dauer jeweils rund sechs Monate im Jahr belaubt und kahl sind.
 
Bild 1: Blühender Schlehenbaum im häuslichen Garten im April 2020
Bild 1: Blühender Schlehenbaum im häuslichen Garten im April 2020
 
 Ich möchte nicht verhehlen, dass ich die Schlehenblüte insbesondere des Bäumchens in unserem Garten mit besonderem Wohlgefallen betrachte. Nachdem ich zweieinhalb Jahrzehnte lang diesen Fruchtbaum weitgehend ignoriert und meine Aufmerksamkeit ganz den sechs alten Apfel- und Birnbäumen und ihrem Ertrag für die alljährliche Mosternte geschenkt hatte, führten im vergangenen Jahr die äußeren Umstände zu einem Umdenken: Aufgrund von Frösten während der Blüte trugen die Apfel- und Birnbäume erstmals in 25 Jahren nahezu keine Früchte, so dass ich auf meine gewohnte Fahrt in die Gemeindemosterei nach Vilsingen und das anschließende Sterilisieren und Abfüllen des Süßmostes in Flaschen als Hausgetränk zu meinem großen Bedauern verzichten musste.
 
Bild 2: Ein Fläschchen Inzigkofer Schlehenlikör vom Oktober 2019
Bild 2: Ein Fläschchen Inzigkofer Schlehenlikör vom Oktober 2019
 
 
Es blieb der Schlehenbaum, der vor den Frühlingsfrösten geblüht hatte und im Herbst mit blauen Früchten vollhing. Gut beraten von meiner Frau, kundigen Mitarbeiterinnen und nicht zuletzt dem Internet schritt ich zur Tat, pflückte in den dornigen Zweigen die Schlehen nach dem ersten Frost, zerdrückte die Früchte und setzte das aufgeplatzte Fruchtfleisch mit Vanilleschoten, einer Zimtstange, Kandiszucker und Wodka in einem großen Glas an, das ich auf einer sonnigen Fensterbank platzierte und in der Folge täglich einmal kurz aufschüttelte. Nach zweimonatiger Schüttelarbeit wurden die Schlehenkerne und sonstigen verbliebenen festen Bestandteile in einem engmaschigen Sieb abgefangen und rund 2 Liter Schlehenlikör in großen und kleinen Bügelflaschen abgefüllt. In meiner Familie und meinem Freundeskreis erfreuen sich insbesondere Schlehenlikör-Piccolos einer gewissen Beliebtheit. Ein Foto von einem noch verbliebenen Fläschchen „Inzigkofer Schlehenlikör“ vom Oktober 2019 füge ich meiner heutigen Kolumne ebenso bei wie ein Bild vom derzeit hoffnungsvoll blühenden Schlehenbaum in unserem Garten.
 
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Edwin Ernst Weber
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