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Kultur & Archiv

Frühling mit allen Sinnen – 016


Ich gönne mir aus meinem etwas einsamen Homeoffice täglich einen 20-minütigen Spaziergang auf einem Feldweg entlang des Donautaltraufs. Neben dem freundlichen Grüßen und Zunicken zu anderen Spaziergängern übe ich mich bewusst darin, auf den Klang und die Gerüche des Frühlings zu achten, das aufbrechende Grün und die ersten Blumen zu bewundern, die Wärme der Sonne im Gesicht zu spüren. Wenn ich dann noch an manchen Tagen unseren Hausberg, den Säntis, mitunter mehr erahnen als erblicken kann, ist mein kleines Glück nahezu vollkommen.
 
Auf Empfehlung von Claus-Dieter Reinhardt aus Bad Saulgau möchte ich Ihnen heute das Mundart-Gedicht „s’Früahjohr“ anbieten, das der verstorbene Sigmaringer Raumausstattermeister, Kommunalpolitiker und Heimatdichter Alfred Niklas verfasst hat:

s‘Früahjohr

Kaum ischt Liachtmeß mol vorbei
ond d’Fasnet aus ond oinerloi,
am Berg d’r Rest vom Schnee verrennt,
ond d’Sonna Kraft ond Wärme g’wennt,
am Bach de eschte Kätzla blühet,
ond d’Vögel bald au herweats ziehet,
no spiert’s a mancher en da Glieder,
s’Früahjohr konnt bestemmt jetzt wieder.
Sell wenn’s amol sott Reifa geaba,
d’Natur dia lot se it verheba.
 
Mit Riesaschritt goht’s Ostra zua,
zom Gucka geit’s do meh wia gnua.
D’Wiesa wäret wieder grea,
doch nooch paar Wocha ka ma seah,
daß d’Sonnawirbel, selle Koga,
hand älles goldgelb überzoga.
Gensebleamla ond Badenka
ka ma jetzt seim Schätzle schenka;
doch Veilcha ond Vergißmeinnicht
send manchmol selber a Gedicht.
 
Zom Tag des Herrn, dem Auferstandna,
tuet se festlich äll’s verwandla,
au d’Osterglock am Felsarand
dia zieht drauf a ihr blaues G’wand.
De ganz Natur mit Glanz ond Schei
stemmt mit en s’Halleluja ei.
Wer des so sieht, wias sproßt ond blüet,
für den ischt s‘Ganz a oinzig’s Liad
voll Freid, voll Preis ond Dankbarkeit
dem Schöpfer, der ons äll des geit.
 
(aus: Schwäbische Versuacherla. Hergriecht ond serviert von Fredl Niklas. Sigmaringen: Hohenzollerische Landesbank Kreissparkasse Sigmaringen 1990, S. 7)
 
 
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Edwin Ernst Weber
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