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Kultur & Archiv

Ernst Stadler: Der Spruch – 014


Johannes Hermann gibt für das Gedicht eine Gebrauchsempfehlung: Er rät, den Text leise oder auch laut mehrmals in Ruhe zu lesen oder sich vorlesen zu lassen. Und noch besser sei es, für die Entdeckung des tieferen Gehalts und der zunächst verborgenen sprachlichen wie inhaltlichen Schätze das Gedicht auswendig zu lernen und zu rezitieren.

Der Spruch

von Ernst Stadler
 
In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,
Das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:
Und wenn ich mich an trübe Lust vergebe,
Schein, Lug und Spiel zu mir anstatt des Wesens hebe,
Wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,
Als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschlossne Tore trüge,
Und Worte wieder spreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,
Und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,
Wenn mich willkommner Traum mit Sammethänden streicht,
Und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,
Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich -
Dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!
 
(aus: Der neue Conrady. Das große deutsche Gedichtbuch. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Neu herausgegeben und aktualisiert von Karl Otto Conrady. Düsseldorf und Zürich: Artemis & Winkler, 2. Auflage 2001, S. 583)
 
 
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Edwin Ernst Weber
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