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Gesundheit

Gesundheitsamt aufgestockt

Hilfsdienste bauen Testcenter auf: Landkreis packt an gegen Corona

Aus Bereichen, deren Arbeit aufgeschoben werden kann, wie beispielsweise dem Kulturamt, dem Kreismedienzentrum, der Jugend- und Medienakademie werden Mitarbeiter abgezogen.
 
Die Zahl der eingehenden Telefonate an der Hotline des Gesundheitsamtes zeigt, vor welchen Herausforderungen die Behörde steht. Anfang März riefen noch 20 Personen pro Tag an, letzte Woche waren es im Schnitt schon 120 und am gestrigen Montag über 1500. Um die Anrufe weiter bearbeiten zu können, werden nun weitere Personen geschult und im Callcenter eingesetzt. Die Hotline ist unter 07571 102-6466 täglich von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 16:00 Uhr zu erreichen.
 
Dr. Susanne Haag-Milz, die Leiterin des Gesundheitsamts bittet aber alle Bürger zunächst die Informationen auf der Homepage zu prüfen und bei den zentralen Hotlines 0711 904-39555 oder 030  346 465 100 anzurufen. „Obwohl, wir immer mehr Leute einsetzen, schulen und Telefonplätze einrichten, schaffen wir es nicht, alle Anfragen zu beantworten“, sagt Haag-Milz. Die Landkreishotline sollte nicht für allgemeine Fragen genutzt werden.
 
„Wichtig“, so Haag-Milz: „Wer glaubt infiziert zu sein, muss nach wie vor telefonisch beim Hausarzt anrufen.“
 
Was tun die Mitarbeiter im Gesundheitsamt aktuell konkret?
 
Dort laufen alle Informationen zum Corona Virus im Landkreis zusammen. Den ganzen Tag bis spät am Abend treffen Laborergebnisse ein. Bei positivem Befund wird so rasch als möglich die betroffene Person zu informiert, befragt und es werden Anweisungen zu Quarantänemaßnahmen gegeben. Es gilt, alle Kontaktpersonen zu ermitteln und abzuklären, welche Maßnahmen enge und weniger enge Kontakte einhalten müssen. „Selbstverständlich gehen wir jedem bestätigten Fall nach und sorgen für die Information und Beratung aller Kontaktpersonen“ stellt Haag-Milz klar. Angesichts der mittlerweile 37 Fälle ein enormer Aufwand – sind doch mit jedem Fall durchschnittlich circa 60 Kontaktpersonen verbunden, die angerufen werden müssen.
 
Eine weitere Aufgabe der zusätzlich eingesetzten Mitarbeiter ist auch die Hotline. An der Hotline werden besorgte Bürger und Institutionen beraten. Das ärztliche Personal nimmt sich der komplexen Fälle an und stimmt sich eng mit dem Landesgesundheitsamt  ab. Fragen, in wie weit etwa enge Kontaktpersonen von Infizierten, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, weiterhin arbeiten können, gilt es abzuklären. Hier muss für jeden individuell eine Lösung gefunden werden.
 
Mit den Ärzten und der Klinik sind die Mitarbeiter in ständigem Kontakt. „Neben fachlichen medizinischen Fragen geht es oft auch darum, wer noch welche Ausrüstung benötigt und verfügbar hat.“
 
Mittlerweile unterstützt das gesamte Landratsamt das Gesundheitsamt. Täglich tagt der Krisenstab, in dem geprüft wird, welche Maßnahmen mit welcher Unterstützung umgesetzt werden können. Hier kommen Amtsleiter aus allen relevanten Fachbereichen zusammen.
 
Aktuell verdoppelt sich die Zahl der Infizierten alle zwei Tage. „Wir versuchen nun alles zu tun, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen“ stellt Landrätin Bürkle klar.