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Sonderführung mit den Malern Gerhard Berger und Yongbo Zhao

Ausstellung „Künstler-Nachbarschaften“ in Kreisgalerie Meßkirch


Yongbo Zhao: Der Kelch der Päpste III, Öl auf Leinwand, 2019 (Vorlage: Kreisgalerie Schloss Meßkirch)

Die Kreisgalerie spürt in ihrer neuen Ausstellungsreihe „Künstler-Nachbarschaften“ ästhetischen Berührungen und inhaltlichen Beeinflussungen in den Werken befreundeter und sich austauschender Künstler nach. Zum Auftakt ist eine Doppelausstellung mit Arbeiten des in Laiz aufgewachsenen Malers und langjährigen Münchner Akademie-Professors Gerhard Berger und seines aus China stammenden, international erfolgreichen Atelier-Nachbarn Yongbo Zhao zu sehen. Die Ausstellung ist noch bis 13. Oktober jeweils von Freitag bis Sonntag sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
 
Eine weitere Sonderführung wird am Sonntag, 6. Oktober, 15 Uhr, mit der Kunsthistorikerin Agathe Schmiddunser angeboten. Und am Sonntag, 8. September, 15 Uhr, wird im zur Kreisgalerie benachbarten Turmzimmer die Ausstellung „Zu Gast bei Nachbarn“ mit Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe des Martin-Heidegger-Gymnasiums Meßkirch eröffnet, die sich unter der Leitung der Künstlerin Carola Riester bildnerisch von der Ausstellung „Künstler-Nachbarschaften I“ anregen ließen.


Gerhard Berger und Yongbo Zhao pflegen durch direkte Atelier-Nachbarschaft seit 1998 in der Münchner Künstlerkolonie DomagkAteliers sowie ihre Künstlerfreundschaft aus Akademie-Tagen einen beständigen Austausch. Geht es um künstlerische Diskussionen, Bewertungen oder konkrete Form-, Farb- oder Kompositionsfragen, holt man den Nachbarn einfach schnell mal herüber. Zunächst empfindet man die Werke beider Künstler als beinahe entgegengesetzt in ihrem ästhetischen Ausdruck, erst bei näherem Hinsehen zeigt sich eine Seelen-Verwandtschaft in gemeinsamen Motiven und deren Symbolgehalt, ohne dass die jeweils eigene Bildsprache an Autonomie verlieren würde. So arbeitet Gerhard Berger abstrakt figurativ, und der Betrachter muss sich die Übersetzung des Inhalts in seine kombinatorische Formensprache selbsttätig erschließen. Yongbo Zhao dagegen setzt auf einen virtuosen altmeisterlichen Erzählstil, der seine Allegorien in überschäumender Verfremdung dem Betrachter provokativ vor Augen führt. Das gemeinsame Motiv ist jedoch der Mensch als Gefangener im Lebensraum von Macht und Ohnmacht. So folgen sie der Idee von Gleichgesinnten in künstlerischem Austausch, um gemeinsam einem aktuellen Anliegen bildlichen Ausdruck zu verleihen.