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Privatwaldtag in Aach-Linz


Wenn hieraus im gleichen Jahr bei trocken-warmer Witterung eine dritte Käfergeneration entsteht, werden potentiell 8000 Fichten zu Fraßbäumen, die einen solchen Angriff nicht überstehen.
 
„Diese Dynamik in der Populationsentwicklung  gilt es zu unterbinden“ erläuterte Forstrevierleiter Daniel Benz vom Landratsamt Sigmaringen den etwa fünfzig interessierten Privatwaldbesitzern, die in den Wald des Erzbischöflichen Linzerfonds gekommen waren. Dazu müssen die ersten Anzeichen für neuen Käferbefall, wie herabrieselndes Bohrmehl oder Einschlagslöcher des Spechts, aber auch feine Harztropfen ganz früh gesucht werden. „Die befallenen Bäume müssen sofort aufgearbeitet und die zahllosen Jungkäfer unschädlich gemacht werden, bevor sie sich aus den Stämmen herausbohren. Die extreme Trockenheit des vergangenen Jahres hat die Fichten geschwächt und die Käfer gestärkt“, so Benz. Das Risiko für große Schäden in den Wäldern ist für 2019 enorm angestiegen.
 
Schon 2018 wurden europaweit mehr als 50 Millionen Kubikmeter Holz aus Sturmschäden und vor allem aus Käferbefall registriert. Die Konsequenz beschreibt Stefan Vollmer, verantwortlich für den Holzverkauf beim Landratsamt Sigmaringen, so:  „Der Markt für frisches Holz ist zusammengebrochen. Die Preise sind unterirdisch schlecht und wir müssen froh sein, wenn 2019 das anfallende Schadholz bei den Kunden unterzubringen ist“. Auch Schutzspritzungen von am Waldweg lagernden Hölzern werden notwendig sein, um die Ausbreitung des Käfers zu vermindern. „Alle müssen jetzt zusammenhelfen, sich gegenseitig unterstützen und auch auf Schäden aufmerksam machen“, ergänzt Christian Waibel, der die Fällung eines aktuell befallenen Käferbaums fachmännisch demonstrierte.
Nach der Schadensbeseitigung werden die Flächen wieder neu bepflanzt. Forstwirtschaftsmeister Niels Reise führte eine leichte, selbstfahrende Mulchraupe vor. Sie kommt bei extremem Bewuchs mit Brombeere und Sträuchern zur Vorbereitung der Pflanzfläche zum Einsatz.  Bis ein vor Wildverbiss und anderen Schäden gesicherter Jungbestand entwickelt ist, sind viele Arbeitseinsätze erforderlich. Hierüber wurde unter den Privatwaldbesitzern intensiv diskutiert. Die Wiederbewaldung wird für viele in den kommenden Jahren eine wichtige Aufgabe sein. Dabei müssen zur Minderung künftiger Käferschäden und aufgrund  zunehmender Erwärmung stabile Mischwälder begründet werden.
 
Ein weiterer Privatwaldtag findet am 5. April 2019 in Leibertingen-Altheim statt. Treffpunkt: 16.00 Uhr beim Bürgerhaus in Altheim. Von hier aus geht es in Fahrgemeinschaften mit dem PKW in umliegende Wälder zur Besichtigung verschiedener Waldbestände. Ab ca. 18.00 Uhr wird die Veranstaltung im Bürgerhaus Altheim fortgesetzt. Mehr Infos über das Landratsamt Sigmaringen, Fachbereich Forst.