Aktuelle Meldung

Auflösung Gemeinschaftsunterkunft


Das Land fordert aber aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus im sogenannten „Eckpunktepapier zur Wirtschaftlichkeit der Unterbringungskapazitäten in der vorläufigen Unterbringung“ eine schrittweise Auslastungsquote von 70% im Jahr 2018 bis auf 80% im Jahr 2020. Aktuell leben 172 Geflüchtete den Unterkünften. Bis zum Jahresende soll von 299 Plätzen auf 208 Plätze reduziert werden.
 
Um den Vorgaben des Landes nachzukommen, hat der Landkreis die Schließung aller Unterkünfte eingehend geprüft und ein mehrstufiges Abbaukonzept erstellt. Dieses sieht zunächst eine Schließung der Gemeinschaftsunterkünfte vor, die vom Landkreis angemietet wurden. Dies sind bzw. waren die Unterkünfte in Laiz, Mengen, Gammertingen und Meßkirch. Der Fürstenhof und das Schmorl-Gebäude hat der Landkreis gekauft. So wurde im Jahr 2017 bereits die größte Gemeinschaftsunterkunft des Kreises, das „gelbe Haus“ in Laiz und die Flüchtlingsunterkunft in Mengen aufgelöst. „Mit der Auflösung der Gemeinschaftsunterkunft in Gammertingen wird die Abbaukonzeption fortgeführt. Das ganze steht dennoch immer noch unter Vorbehalt der endgültigen Zustimmung des Landes und des Kreistags“, so der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle.
 
Derzeit leben noch 45 Geflüchtete im Talweg in Gammertingen. Sie stammen ganz überwiegend aus Afghanistan, Gambia, Togo sowie 10 weiteren Ländern. Dem Landratsamt ist es gemeinsam mit dem Caritasverband und den Ehrenamtlichen ein großes Anliegen, die Flüchtlinge unter Berücksichtigung deren persönlicher Situation entweder in die kommunale Anschlussunterbringung zu überführen oder andere Gemeinschaftsunterkünfte zu verlegen. Anja Schäfer, Leiterin des Fachbereichs Recht und Ordnung will jeden Einzelfall genau prüfen: „Wir schauen, wer wo zur Arbeit muss oder Integrationsmaßnahmen besucht. Wir versuchen natürlich, die Geflüchteten möglichst nah hierzu unterzubringen.“
 
Wichtig ist Anja Schäfer und ihren Mitarbeitern, den Ehrenamtlichen zu danken. Seit 2015 haben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit dem Asylcafe und zahlreichen weiteren Projekten einen großen Beitrag zur Integration der Geflüchteten geleistet, so Schäfer. Auch die Stadt habe mit ihrer weitreichenden Unterstützung dafür gesorgt, dass sich die Flüchtlinge in Gammertingen angenommen und Zuhause gefühlt haben. Vergangene Woche wurden die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen informiert, am Dienstagabend die Bewohner.
 
Jetzt gilt es rasch mit dem Umzug zu starten. Bis Silvester sollen dann alle Bewohner anderweitig untergebracht sein.