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18 Demenzbegleiter aus dem Landkreis zertifiziert


Demenzbegleiter zertifiziert

Er war zur Zertifikatsübergabe des Demenzbegleiterkurses 2018 in die Sozialstation Thomas Geiselhart in Sigmaringen gekommen. 16 Frauen und 2 Männer aus dem ganzen Landkreis hatten an diesem Kurs teilgenommen, der auch diesmal auf Initiative des Pflegestützpunktes des Landkreises stattgefunden hat. Jedes Jahr kann sich eine andere Einrichtung bewerben, den Kurs durchzuführen. Diesmal war es der Zusammenschluss der vier kirchlichen Sozialstationen im Dekanat Sigmaringen - Meßkirch, der die Organisation übernommen hatte.

Qualitätsmanagementbeauftragte Manuela Barmet machte deutlich, worauf es ankommt: „Keine Medizin ersetzt das Zwischenmenschliche.“ Die neuen Demenzbegleiter sind jetzt für die Menschen da die sonst alleine und vielleicht auch hilflos sind. „Wenn wir Menschen Zeit schenken, dann können wir viel bewirken“, stellte sie fest. Oft helfe auch schon das Sitzen an der Bettkante und das Erzählen einer Geschichte. „Ich kann jetzt besser mit meinem Vater reden, besser verstehen und zuhören“, machte ein Teilnehmer deutlich. Eine junge Frau stellte fest: „so ein Demenzkurs gehört zum Leben wie der Führerschein.“

Von den jetzt zertifizierten Demenzbegleitern wurden Konzeption, Durchführung und die große Fach- und Sachkenntnis der Dozenten gelobt. Die waren vom Landratsamt, von den SRH Kliniken, dem Caritasverband und der AOK gekommen um nicht nur Grundkenntnisse über Demenzen und über Rahmenbedingungen für die Betreuung von Menschen mit Demenz zu informieren, sondern auch über den Pflege- und Betreuungsprozess, über Rechtliches, Kommunikation und Beschäftigung von Menschen mit Demenz. Alle diese Kenntnisse fordert der Gesetzgeber seit dem Jahr 2008 für Demenzbegleiter.   
Für die ist so ein Kursangebot ein gutes Handwerkszeug für den Einsatz in der Nachbarschaftshilfe und auch im persönlichen Umfeld. Ganz wichtig war die Feststellung einer Teilnehmerin: „Ich habe jetzt nicht mehr so große Angst und fühle mich nicht mehr so alleine. Hier gibt es viele Menschen, die mir weiterhelfen können.“   Das bestätigte auch Pflegedienstleiterin Sabine Feig und machte den Einsatzleitungen der Nachbarschaftshilfe das Angebot, das jederzeit Schulungen und weitere Hilfen möglich seien. Und Hans-Peter Oßwald ist überzeugt, dass die Teilnehmer mit der gut abgeschlossenen Weiterbildung einen tiefen Einblick in den Umgang mit demenzkranken Menschen bekommen haben. „Das wird für ihre Arbeit vor Ort sicherlich hilfreich sein und diese auch erleichtern“, betonte er.

Die Teilnehmer kamen von den Nachbarschaftshilfevereinen aus Scheer, Pfullendorf, Wald, Herbertingen, Hohentengen, Stetten a.k.M. und der Sozialstation Pfullendorf.  Der Kurs umfasste insgesamt 30 Stunden, die auf mehrere Abende und Wochenenden verteilt waren. Die Kosten wurden von der AOK Bodensee-Oberschwaben übernommen. 

Im kommenden Herbst soll wieder ein Kurs stattfinden. Weiter Informationen gibt es beim Pflegestützpunkt unter pflegestuetzpunkt@lrasig oder +49 7572 7137-431