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Aktuelle Meldung

ju-max | Jugendbeteiligung

Europakonzil: Besuch bei Martin Schulz in Straßburg


Besuch bei Martin Schulz in Straßburg

Bereits am 01.02.2016 ging's los: Eine Gruppe der IBK-Region, bestehend aus ca. 40 Jugendlichen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz startete in Richtung Straßburg. Auf dem Weg dorthin konnte die Gruppe einige Stunden in einer Flüchtlingserstaufnahme in Sasbachwalden verbringen. Viele der Teilnehmer/innen hatten zum ersten Mal Kontakt mit Geflüchteten. Trotz der Sprachbarrieren war es nicht schwer über Spiele, Musik, Tischtennis, Backen, Malen... mit den Bewohnern in Kontakt zu kommen. Sie waren sehr dankbar über die Abwechslung. Für alle Jugendlichen war das ein wichtiges Erlebnis: Über persönlichen Kontakt können Vorurteile abgebaut werden.

Am Abend dieses Tages wurde in einer intensiven Arbeitseinheit bis um 23:00 Uhr der Besuch in Straßburg vorbereitet. Die Vorstellung der Forderungen der Jugendlichen musste geplant, die Rollen verteilt werden. Auch das klappte vorbildlich.

Am 02.02. ging's dann von Kehl über die Deutsch-Französiche Grenze nach Straßburg. Aufgrund der erhöhten Sicherheitsbestimmungen fand an der Grenze wieder eine Passkontrolle statt - das hat es seit vielen Jahren an dieser Stelle nicht mehr gegeben. Eine Stadtführung in Straßburg machte deutlich, warum diese Stadt für den europäischen Gedanken so wichtig ist: Ständige Wechsel der Regentschaft über die Jahrhunderte hinweg machten das Elsaß zu einem Land zwischen allen Grenzen.

Dann weiter zu den "Europäischen Institutionen": Zuerst eine Führung im Europarat. Diese vom Parlament völlig unabhängige Einrichtung umfaßt deutlich mehr Staaten als die EU. Dort werden Fragen der Menschenrechte und der Rechtstaatlichkeit in den Staaten überwacht - bis hin zu Wahlbeobachtungseinsätzen in einzelnen Ländern.

Vorbei am Europäischen Gerichtshof ging's zu Fuß weiter zum Europäischen Parlament. Schon allein das Gebäude ist beeindruckend: Das Zentrum bildet ein Innenhof, der dem römischen Kolosseum nachempfunden ist. Das Herzstück ist aber der Plenarsaal, der fast 800 Parlamentariern Platz bietet.

Nach einer kurzen Einführung durch den Besucherdienst musste die Gruppe leider getrennt werden: Nur 10 Jugendliche konnten zu Martin Schulz - wie sich dann herausstellte, umfaßt sein kleiner Besprechungsraum kaum mehr Plätze. Diese Gruppe wurde dann in die "Chefetage" im 15. Stock des Parlaments geleitet. Pünkllich traf Martin Schulz ein und nach einem Fotostop gings direkt in seinen Besprechungsraum.

Er hörte sich die Forderungen der Jugendlichen konzentriert an, die Jugendlichen ihrerseits schafften es, kurz, knapp und knackig ihre Anliegen zu formuleiren und zuzuspitzen. Das imponierte dem Präsidenten sichtlich, der sich nach der Präsentation erst einmal bedankte und dann auf die einzelnen Punkte einging: Er stellte sich in allen Puntken hinter die Forderungen und bestärkte die Jugendlichen darin, sich für die Werte der EU, die das Miteinander und die Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellen, einzusetzen. Die reale Politik hingegen sei derzeit sehr viel schwieriger, auch wenn er zuversichtlich wirkte, dass doch noch Lösungen gefunden werden. Immer wieder flocht er kleine aber prägende Erlebnisse aus seiner langen politischen Karriere ein, aus denen er den Mut und die Kraft schöpft, nicht zu resignieren.

Alle waren sich einig, dass das Gespräch mit Martin Schulz ein Highlight war. Einem so bedeutenden Politiker in einer so schwierigen Situation gegenüber zu sitzen und genau über diese Schwierigkeiten mit ihm zu diskutieren - das ist wohl einmalig. Zudem konnten alle einen authentischen Politiker erleben, der es gut versteht, auf sein Gegenüber einzugehen und sich nicht an vorgefertigten Phrasen festhält.

Zeitgleich hatte die andere Gruppe die Möglichkeit, sich mit dem Europaabgeordenten Dr. Andreas Schwab (CDU) über dieselben Themen auszutauschen. Auch diese Diskussion war sehr spannend und durchaus kontrovers.

Im Anschluss an die Diskussionen konnten alle die laufende Plenumsdebatte des Europaparlaments von der Zuschauertribühne aus beobachen. Es ging - sicher nicht zum ersten mal - um die Flüchtlingspolitik der EU. Die simultan übersetzten Redebeiträge der Parlamentarier sparten nicht an harscher Kritik an der jeweils anderen Seite. Die Argumente waren dieselben, die auch in Deutschland auf dem Tisch liegen.

Nach einem Abendessen in der Kantine des Parlaments ging's wieder nach Hause - die Gruppe aus Sigmaringen war um 23:00 Uhr wieder zurück.

Der Dank für diese einmalige Reise gilt vor allem dem Organisator Florian Schmid von der "Gesellschaft zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit", der die Reise präzise und mit viel Erfahrung geplant hat. Außerdem sind wir Thomas Radtke von der "Internationalen Bodenseekonferenz" zu Dank verpflichtet, da er es geschafft hat, die Finanzierung über die IBK und die Stadt Konstanz so hinzubekommen, dass die Jugendlichen keinen Beitrag leisten mussten. Er ist es, der die Arbeitsgruppe Jugend der IBK ins Leben gerufen hat, die die Grundlagen für das Europakonzil und die Straßburgreise gelegt hat.
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