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Drei Hochadelshäuser

Bildung der Territorialstruktur

Mit dem Aussterben der Grafenhäuser Werdenberg und Zimmern im Mannesstamm und dem Vordringen der Hohenzollern an die obere Donau bildet sich im 16. Jahrhundert die Territorialstruktur, die sodann mit wenigen Änderungen bis an den Beginn des 19. Jahrhunderts Bestand behält. In besonderer Weise prägend für die frühneuzeitliche Geschichte des Kreisgebiets sind neben dem Erzhaus Österreich drei Hochadels-Herrschaften: Nach der Belehnung der Hechinger Zollern mit den Grafschaften Sigmaringen und Veringen durch Österreich 1535 entsteht seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert am Herrschaftssitz Sigmaringen eine eigene Linie der Grafen und sodann Fürsten von Hohenzollern, die weit über ihre eigene Ortsherrschaft hinaus Hochgerichts- und Forstrechte in dem durch kaiserliche Belehnung 1460 errichteten Bezirk der Grafschaft Sigmaringen beanspruchen und damit in schier endlose Streitigkeiten mit nahezu allen umliegenden Nachbarherrschaften geraten. Trotz des Erwerbs verschiedener sog. Allodialorte, darunter auch Inzigkofen und Krauchenwies, sowie der Herrschaften Haigerloch und Wehrstein in den heutigen Kreisen Zollernalb und Freudenstadt sind die Sigmaringer Hohenzollern nach langwierigen Konflikten mit ihren eigenen Untertanen sowie der habsburgischen Lehensherrschaft um die Landeshoheit und die Besteuerung der Mediatisierung durch das übermächtige Österreich im 18. Jahrhundert denkbar nahe gekommen.

Außenansicht Schloss Meßkirch
Außenansicht Schloss Meßkirch

Weitaus glanzvoller präsentieren sich die Grafen und sodann Fürsten von Fürstenberg, die als Nachfolger der Werdenberger und der Zimmern seit dem 16. Jahrhundert an der oberen Donau und im Linzgau ein stattliches Territorienkonglomerat mit den Herrschaften Dietfurt-Jungnau, Trochtelfingen, Meßkirch sowie der Grafschaft Heiligenberg aufbauen und im ererbten Renaissanceschloss Meßkirch seit 1626 eine eigene Linie begründen. Nachdem die Meßkircher Fürstenberger unter Graf Froben Maria und Fürst Froben Ferdinand als Parteigänger des habsburgischen Kaiserhauses in höchste Reichsämter aufgestiegen waren, stirbt 1744 die Linie unerwartet aus und fallen ihre umfangreichen Besitzungen an die Vettern des Stühlinger Fürstenberg-Zweiges in Donaueschingen, das nun anstelle von Meßkirch zum glanzvollen Zentrum des vereinigten Fürstentums Fürstenberg wird.

Eine dritte Hochadelsherrschaft entsteht in der österreichischen Grafschaft Friedberg-Scheer, die nach wechselnden Verpfändungen 1452/54 an die Truchsessen von Waldburg gelangt, die in Scheer als Residenz und Verwaltungssitz eine eigene Linie begründen. Ähnlich wie die Sigmaringer Hohenzollern haben auch die Scheerer Waldburger vom 16. bis ins 18. Jahrhundert schier endlose Auseinandersetzungen zum einen mit dem Hause Habsburg um den Pfand- oder Lehenscharakter der Grafschaft und zum anderen mit den mit Macht unter unmittelbare österreichische Herrschaft zurückstrebenden eigenen Untertanen zu bestehen. Während die gleichfalls an Waldburg verpfändeten benachbarten Donaustädte 1680 wieder unter direkte österreichische Herrschaft zurückkehren, verbleibt die Grafschaft Friedberg-Scheer als österreichisches Mannlehen unter dem ungeliebten truchsessischen Regiment. Nach dem Aussterben der Scheerer Linie der Waldburger erfolgt 1786 zu einem horrenden Preis der Verkauf von Friedberg-Scheer an die durch das kaiserliche Postregal reich gewordenen Fürsten von Thurn und Taxis, die in der ihnen von Österreich verliehenen reichsunmittelbaren gefürsteten Grafschaft endlich die erstrebte "fürstenmäßige" Besitzgrundlage für die Reichsstandschaft erlangen.

Schloss Scheer
Schloss Scheer

Neben diesen drei Hochadelsherrschaften, deren Residenzschlösser in Sigmaringen, Meßkirch und Scheer bis heute zu den wichtigsten Baudenkmälern und Sehenswürdigkeiten im Kreisgebiet zählen, weist das nordwestliche Oberschwaben ursprünglich eine breite Fülle von Niederadelsherrschaften auf, an die bis in die Gegenwart zahlreiche Burgruinen zumal auf den Felsen und Höhen des Donau- und des Laucherttals erinnern. Von der spätmittelalterlichen Agrardepression bis ins 18. Jahrhundert erfährt der Niederadel an der oberen Donau eine fortschreitende Erosion, die schließlich nur noch eine einzige Ritterherrschaft, jene der Freiherren Speth von Zwiefalten in der Herrschaft Gammertingen-Hettingen, das Ende des Alten Reiches 1806 erleben lässt. Alle anderen Ritterherrschaften, zuletzt Hornstein mit dem zugehörigen Kondominatsort Bingen (1789), Bittelschieß (1786), Boll (1693), Hausen-Stetten a.k.M. (1667) und Waldsberg (1656) waren bereits zuvor, vielfach durch Überschuldung ihrer Inhaber, in zumeist fürstliche Hand gekommen.

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