Wappen Landkreis Sigmaringen
Impressionen des Landkreises

Untertanen als Subjekte

Tradition der politischen Mitsprache

Nachdem die von Württemberg eingeführte Reformation in der Herrschaft Gammertingen-Hettingen seit 1547 rückgängig gemacht worden war, finden sich im Kreisgebiet bis zum Ende des Alten Reiches ohne Ausnahme nur noch katholische Territorien. Kaum minder bemerkenswert ist eine ausgeprägte, jahrhundertelange Tradition der politischen Mitsprache und des Widerstandes der bäuerlichen wie auch städtischen Untertanen an der oberen Donau. Den Höhepunkt der freiheitlichen Bestrebungen bildet auch im nördlichen Oberschwaben der Bauernkrieg von 1525, der über alle Territorialgrenzen hinweg neben der Landbevölkerung auch verschiedene Städte, namentlich Meßkirch und Saulgau, erfasst und in den im Memminger Bauernparlament und den "Zwölf Artikeln" gipfelnden Versuch einer Einigung Oberschwabens von "unten", ohne Adel und Herren einbezieht.

Herdwangener Wandgemälde an Rathausfassade
Herdwangener Wandgemälde an Rathausfassade

Nach dem - in Oberschwaben im übrigen nicht gewaltsam, sondern durch Vergleichsvertrag herbeigeführten - Ende des Bauernkriegs werden auch an der oberen Donau die allenthalben anzutreffenden Untertanenkonflikte vorrangig auf prozessualem Weg vor den Gerichten des Reiches bzw. Österreichs ausgetragen. Trotz aller absolutistischen Tendenzen können die bäuerlichen wie auch städtischen Gemeinden Hohenzollerns und Oberschwabens bis zum Ende des Alten Reiches einen Kernbestand an kommunaler Autonomie bewahren und über Prozesse, Vergleichsverträge und die verbreitet anzutreffenden "Landschaften" die örtlichen Herrschafts- und Lebensverhältnisse überaus selbstbewusst und streitbar mitgestalten.

Durch den Machtwillen des siegreichen revolutionären Frankreich und seines Kaisers Napoleon löst sich diese ebenso bunte wie unübersichtliche Duodez-Welt zu Beginn des 19. Jahrhunderts in zwei Etappen rasant auf. Nach einer ersten Aufhebungswelle in den österreichischen Gebieten bereits in den 1780er Jahren werden alle noch verbliebenen Klöster 1803 säkularisiert und ihr umfangreiches Vermögen an Gebäuden, Land, Herrschaftsrechten, Kunst und Kultur an verschiedene Hochadelshäuser verteilt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entsteht an verschiedenen dieser alten Stätten, namentlich in Beuron, Sigmaringen-Gorheim, Sießen, Habsthal und Saulgau, wieder neues klösterliches Leben.

Weiterlesen: Der hohenzollerische Sonderweg

Weitere Informationen

Sigmaringen Schloss

Was ist los im Landkreis?

Alle Veranstaltungen und Termine finden Sie auf einen Blick im Veranstaltungs-
kalender.

Zum Kalender

Landratsamt Sigmaringen

Zentraler Kontakt

Landratsamt Sigmaringen
Leopoldstraße 4
72488 Sigmaringen 
Tel.: 07571 102-0
Fax: 07571 102-1234
E-Mail: info@lrasig.de

Urheberrecht & Kontakt

Landratsamt Sigmaringen | Leopoldstraße 4 | 72488 Sigmaringen | Tel.: 07571 102-0 | Fax: 07571 102-1234 | E-Mail schreiben
© 2017 Landratsamt Sigmaringen - Hirsch & Wölfl GmbH