Wappen Landkreis Sigmaringen
Impressionen des Landkreises

Rückständige Grenzlandschaft

Wirtschaftliche und infrastrukturelle Rückständigkeit

Auch wenn die wirtschaftliche und politische Einigung Deutschlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts manches mildert, wird das Kreisgebiet durch die 1806 durchaus willkürlich gezogenen Grenzen zu einer Grenzlandschaft mit von der jeweiligen staatlichen Zugehörigkeit geprägten Eigenheiten und Identitäten. Grenzüberschreitende Kooperation wie in dem seit 1898 entstandenen "Dreiländer"-Wasserversorgungsverband für den südlichen Heuberg war dabei lange Zeit eher eine Ausnahmeerscheinung. Gemeinsam war indessen sowohl den Saulgauern und Mengenern in Württemberg wie auch den Pfullendorfern und Meßkirchern in Baden sowie den Sigmaringern und Gammertingern eine wirtschaftliche und infrastrukturelle Rückständigkeit und eine bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg anhaltende Dominanz der Landwirtschaft.

Sigmaringen Stich
Sigmaringen Stich

Der Eisenbahnbau seit den 1870er Jahren beschert dem Kreisgebiet immerhin eine bessere Verkehrsanbindung und lässt Sigmaringen dank preußischer Förderung zum Knotenpunkt mit zeitweise drei Bahnhöfen werden. Das Gewerbe im Kreisgebiet beschränkt sich bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen auf Handwerks- und Kleinbetriebe, der einzige Industriestandort findet sich im Sigmaringendorfer Ortsteil Laucherthal, wo sich aus einer 1707 gegründeten fürstlichen Eisenschmelze im 20. Jahrhundert ein metallverarbeitendes Großunternehmen mit zeitweise mehr als 1.000 Beschäftigten und einer angrenzenden Arbeitersiedlung entwickelt. Während das Textilgewerbe im Laucherttal und auf der Alb in den letzten Jahrzehnten einen Niedergang erlebt, gelingt seit den 1960er Jahren namentlich in Pfullendorf, Saulgau und Krauchenwies der Aufbau von größeren Industriebetrieben.

Nachdem Kreisreformen der Zwischenkriegszeit 1925 das Oberamt Gammertingen zum neuen preußisch-hohenzollerischen Landkreis Sigmaringen geschlagen, 1936 die badischen Bezirksämter Meßkirch und Pfullendorf in die neuen Kreise Stockach bzw. Überlingen eingegliedert und zuletzt 1938 die württembergischen Oberämter Riedlingen und Saulgau zum neuen Landkreis Saulgau vereinigt hatten, hebt die Länderneugliederung nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bildung zunächst von (Süd-)Württemberg-Hohenzollern 1947 und sodann von Baden-Württemberg 1952 auch an der oberen Donau die seit 1806 bestehenden Landesgrenzen auf.

Einstige Wappen
Einstige Wappen

Mit der Kreisreform von 1973, die zur Bildung des "Dreiländerkreises" Sigmaringen mit annähernd gleich großen Anteilen von Baden, Hohenzollern und Württemberg führt, verschwinden die napoleonischen Grenzziehungen nach fast 170 Jahren endgültig von der Landkarte und kehrt die Landschaft an der oberen Donau in den zu Beginn des 19. Jahrhunderts abrupt unterbrochenen oberschwäbischen Zusammenhang zurück. Dies dokumentiert auch das Kreiswappen, das seit 1978 anstelle des silber-schwarzen Hohenzollern-Gevierts im Wappen des alten hohenzollerischen Kreises Sigmaringen den österreichischen Bindenschild mit dem Sigmaringer "Grafschafts-Hirsch" verbindet und damit auf die gemeinsame und verbindende vorderösterreichische Vergangenheit großer Teile des Kreisgebiets vor 1806 verweist.

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